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Ausgaben der Unternehmen für Weiterbildung stagnieren

  • 20.11.2017

Kleinere Unternehmen holen bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden etwas auf, dafür sinkt die Quote bei mittleren Unternehmen. Dies geht aus den jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zur beruflichen Aus- und Weiterbildung hervor.

Von Philipp Schüepp


Die „Statistik der beruflichen Aus- und Weiterbildung“ des BFS erfasst mittels schriftlicher Umfrage alle fünf Jahre die Weiterbildungsaktivitäten der Schweizer Unternehmen. Die aktuell publizierte Erhebung bezieht sich auf das Referenzjahr 2015. Berufliche Weiterbildung wird dabei als mindestens teilweise oder indirekt durch das Unternehmen finanzierte Bildung definiert, die im Voraus geplant werden und einem klar definierten Lernziel dienen muss.

Kleine Unternehmen holen auf

Die Zahlen, die das BFS bisher veröffentlicht hat, geben einen ersten Einblick in die Entwicklung der Weiterbildungsanstrengungen von Schweizer Unternehmen (einen Überblick über die wichtigsten Statistiken finden Sie hier). Im Vergleich mit den Daten von 2011 zeigt sich, dass der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Weiterbildung ihrer Angestellten unterstützt haben, um 6% auf insgesamt 89% gestiegen ist. Am stärksten gewachsen ist die Beteiligung bei den kleinen Unternehmen (10 bis 49 Mitarbeitende). Die grösseren Unternehmen sind bereits bei einer Abdeckung von annähernd 100%.

Zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren gibt es grosse Unterschiede. So beteiligen sich beinahe alle Unternehmen der Bereiche Energieversorgung sowie Gesundheits- und Sozialwesen an Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden. Im Gastgewerbe sind es hingegen gerade einmal 66% aller Unternehmen.

Am häufigsten setzten Unternehmen auf externe Kurse (77%) und auf die Weiterbildung durch Konferenzen, Workshops und Seminare (70%). Doch auch interne Kurse und Weiterbildung am Arbeitsplatz finden bei über 50% der befragten Unternehmen statt. Nur wenige Unternehmen setzten hingegen Formen wie selbstgesteuertes Lernen oder Job-Rotationen ein (siehe Grafik unten). 

Beteiligung und Ausgaben stagnieren

Im Jahr 2011 profitierten 43% der Mitarbeiter aller Unternehmen von unterstützten beruflichen Weiterbildungen. In der Erhebung von 2015 sind es 44%. Der Anstieg bei den kleinen und grossen Unternehmen wird dabei durch einen leichten Rückgang der Quote bei mittleren Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeitende) etwas kompensiert. Auch die direkten Kosten, die Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden aufwenden, sind nicht merklich angestiegen. Der Anteil der Weiterbildungsausgaben an den gesamten Personalausgaben von 0,7% im Jahr 2011 ist vier Jahre später nur auf 0,8% angestiegen. Während also der Anteil der weiterbildungsaktiven Unternehmen insgesamt steigt, steigt der Anteil der Mitarbeitenden, die davon profitieren nicht im gleichen Umfang und die Ausgaben für Weiterbildung stagnieren.

Positive Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen für das Engagement der Unternehmen wären aber mehrheitlich als positiv zu bewerten. Für 77% der befragten Unternehmen ist Aus- und Weiterbildung ein relevanter Bestandteil ihrer Personalstrategie. 80% geben zusätzlich an, den Bildungsbedarf ihrer Mitarbeitenden zu überprüfen, und eine knappe Mehrheit hat ein festes Jahresbudget für diesen Bereich. Klare Richtlinien über gesamtarbeitsvertragliche Regelungen zur Aus- und Weiterbildung gelten jedoch nur für ein gutes Drittel der Unternehmen in der Schweiz.

Zum Bericht über die Weiterbildungsbeteiligung der Bevölkerung

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BFS Grafik