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Berufsbildung 2030 – auf dem richtigen Weg

  • 05.10.2017

Im Rahmen der Vernehmlassung hat der SVEB Stellung zum Entwurf des Leitbilds "Berufsbildung 2030" genommen. Er begrüsst grundsätzlich die Bemühungen, die Berufsbildung unter Berücksichtigung des dynamischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfelds weiterzuentwicklen.

Ihre Weiterentwicklung ist der Grundpfeiler dafür, dass die Berufsbildung auch in Zukunft ein
Erfolgsmodell bleibt. Deshalb äussert sich der SVEB in seiner Stellungnahmen zum Entwurf des Leitbilds "Berufsbildung 2030" erfreut, dass die Wichtigkeit des Lebenslangen Lernens im Hintergrundpapier anerkannt wird und dass die Erwachsenen als Zielgruppe der Berufsbildung stärker in den Fokus rücken.

Dies hält der SVEB für eine absolute Notwendigkeit: Die aktive Förderung der Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens innerhalb der Berufsbildung durch die Nachholbildung, die berufsorientierte Weiterbildung sowie die Höhere Berufsbildung sind zentrale Erfolgsfaktoren für die Berufsbildung in der Zukunft.

Die strategischen Leitlinien gehen vor diesem Hintergrund aus Sicht des SVEB in die richtige Richtung. Sie sind allerdings sehr allgemein und unverbindlich formuliert. Entscheidend für den Erfolg der Strategie ist die Definition und Umsetzung von griffigen Massnahmen, die aus den Zielen abgeleitet werden.

Wie im Strategiepapier festgehalten, werden die Bedürfnisse der Erwachsenen in der beruflichen Grundbildung sowie der Beratung heute zu wenig berücksichtigt. Ein grosser Teil der Erwachsenen in der Schweiz hat nur ungenügenden Zugang zur beruflichen Weiterbildung. Der Handlungsbedarf ist aus Sicht des SVEB gross und besteht auf allen Ebenen, insbesondere beim Zugang zur Nachholbildung
(BAE) sowie zur beruflichen Weiterbildung.

Damit Erwachsenen der Einstieg in einen Nachholbildungsprozess gelingt, hält der SVEB folgende Massnahmen für zentral:

  • Die Entwicklung von erwachsenengerechten Bildungs- und Beratungskonzepten, welche die Hürden für eine Teilnahme möglichst tief halten.
  • Die Lancierung einer Informations- und Sensibilisierungskampagne, um Betrieben und Erwachsenen ohne Berufsabschluss den Nutzen und die Wege zur Nachqualifizierung aufzuzeigen.
  • Die Erarbeitung von Rahmenbedingungen, die es Erwachsenen ermöglichen, einen Berufsabschluss ohne finanzielle Einbussen zu erwerben.
  • Die Umsetzung von aktiven Förderstrategien in Betrieben durch Information und Beratung, flexible Arbeitszeiten und Lohnmodelle sowie das Bereitstellen von Lernmöglichkeiten.
  • Die Entwicklung und Finanzierung von Bildungsangeboten, die Erwachsene mit ungenügenden Grundkompetenzen berufsorientiert auf den Einstieg in die Nachholbildung vorbereiten.

 


Die Weiterbildungsstatistik des Bundes zeigt, dass die Muster der Weiterbildungsbeteiligung seit 20 Jahren unverändert sind. Um sie bis 2030 aufzubrechen, erachtet der SVEB insbesondere folgende Massnahmen als zentral:

  • Die Umsetzung einer nationalen Kampagne für die berufsorientierte Weiterbildung, welche sich direkt an die Erwachsenen sowie an die Betriebe wendet.
  • Die Schaffung eines effizienten Anreizsystems, damit Betriebe in die Förderung der beruflichen Weiterbildung investieren.
  • Die Prüfung und Umsetzung von Finanzierungsmechanismen, welche es Erwachsenen in prekärer finanziellen Lage ermöglichen, eine Weiterbildung zu bezahlen.
  • Den massiven Ausbau des Weiterbildungsberatungsangebots für Erwachsene in den Kantonen. Es braucht eine eigentliche „Beratungsoffensive“.

PDF der Stellungnahme