Hauptinhalt

Das Schweizer Weiterbildungsgesetz als Modell für die Förderung des Lebenslangen Lernens

  • 04.10.2017

Vom 25. bis 27. Oktober findet im südkoreanischen Suwon die Mid-Term-Review der internationalen Konferenz zur Weiterbildung (Conférence Internationale sur l’Education des Adultes, CONFINTEA) statt. Die Mid-Term-Review überprüft die Umsetzung des an der CONFINTEA VI 2009 in Belém beschlossenen Aktionsrahmens. Dieser ist von 144 Teilnehmerstaaten unterzeichnet worden, darunter die Schweiz. Die-Mid-Term-Konferenz legt zudem mit der Entwicklung einer Vision 2030 den Grundstein zur CONFINTEA VII von 2021.

Die Schweiz wird mit einer Dreierdelegation unter der Leitung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in Südkorea vertreten sein. Sie besteht aus je einem Vertreter des SBFI, der Interkantonalen Konferenz für Weiterbildung (IKW) und des SVEB.

Die CONFINTEA wird von der UNESCO im Abstand von zwölf Jahren vom UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg in Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Hauptsitz in Paris sowie den regionalen UNESCO-Büros organisiert.

Der Aktionsrahmen von CONFINTEA VI

Der an der CONFINTEA VI 2009 Belém festgelegte Aktionsrahmen legt den Fokus auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ziele des Aktionsrahmens sind die Schaffung nationaler Strategien und Ressourcen zur Förderung der Grundkompetenzen sowie die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Unterstützung des Lebenslangen Lernens. Zudem fordert der Aktionsrahmen „Good Governance“ zur Ermöglichung einer wirksamen und fairen Weiterbildungspolitik, eine substanzielle Finanzierung für hochwertige Weiterbildung, einen chancengerechten Zugang zur Weiterbildung und eine Qualitätskultur zur Förderung der Weiterbildung. Die Unterzeichnerstaaten sind verpflichtet, die Umsetzung der Zielsetzungen mit einem geeigneten Monitoring zu dokumentieren.

Für die Schweizer Delegation bietet die Mid-Term-Konferenz eine Gelegenheit, die Politik und Massnahmen zur Förderung der Weiterbildung in der Schweiz mit der Praxis anderer Länder zu vergleichen und das Entwicklungspotential hin zur Umsetzung der Belém-Zielsetzungen aufzuzeigen. Aus Schweizer Sicht steht dabei das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene Weiterbildungsgesetz (WeBiG) im Fokus. Mit dem WeBiG wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, um die Weiterbildung als Teil des Lebenslangen Lernens in den Bildungsraum Schweiz zu integrieren.

Das Gesetz ist ein Meilenstein der Entwicklung der Weiterbildung in der Schweiz. Es definiert wichtige Grundsätze, z.B. zur Qualitätssicherung und -entwicklung oder zur Verbesserung der Chancengleichheit und ermöglicht die Förderung von Grundkompetenzen, welche zwingende Voraussetzung für die Teilnahme am Lebenslangen Lernen sind. In Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorlage unterstützen Bund und Kantone seit diesem Jahr die Teilnahme Erwachsener an Grundkompetenzangeboten und finanzieren die Pilotkampagne „Einfach besser!“ zur besseren Erreichung des Zielpublikums.

Die Schweizer Delegation wird an der Mid-Term Konferenz einerseits die Bedeutung der neuen gesetzlichen Grundlage für die Erreichung der Ziele des Aktionsrahmens in der Schweiz erläutern. Andererseits wird sie sich im Rahmen der Entwicklung der Vision 2030 für die weitere Verankerung der Weiterbildung im Schweizer Bildungssystem einsetzen.

Umsetzung auf nationaler Ebene

Anlässlich einer Konferenz am 13. März 2018, die von SBFI, IKW und SVEB gemeinsam organisiert wird, wird die Umsetzung der Ziele von CONFINTEA VI auf nationaler Ebene diskutiert werden. 

PDF der Mitteilung