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GO Rumänien: Gemeindezentren als Orte des lebenslangen Lernens

  • 08.02.2018

Die ländlichen Regionen Westrumäniens sind mitunter schwer zu erreichen. Vielen Dörfern fehlt der Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Auch punkto Weiterbildung handelt es sich weitgehend um ein Entwicklungsgebiet. Mit dem Projekt "Go Rumänien" sollte sich dies ändern.

Lanciert wurde das Projekt vom SVEB in Zusammenarbeit mit rumänischen Partnerorganisationen. In vier Gemeinden, welche das nötige Interesse und Potential mitbrachten, sollten Community Centers für lebenslanges Lernen aufgebaut werden. Der SVEB konnte dabei Erfahrungen mit dem Projekt GO und dem AdA-System einbringen. Darüber hinaus besitzt der SVEB Erfahrung aus der Entwicklung von Community Centern in Ungarn. Hauptziel war die Förderung des non-formalen Lernens, wobei die Zielgruppe breit angelegt war und auch die wirtschaftliche Entwicklung in der Region unterstützt werden sollte.

Know-how-Transfer

In der ersten Phase besuchten die rumänischen Kollegen und Kolleginnen den SVEB und einige Anbieter in Zürich und Umgebung. Dabei ging es um den Transfer von Know-how unter anderem aus Lernateliers der EB Zürich. In einer zweiten Phase wurde ein umfassender Bericht über die problematische Lage in den angepeilten Regionen erstellt. Zugleich wurde eine Bedarfsanalyse erarbeitet, um mögliche Programme vorzubereiten. Zu diesem Zweck wurden 200 Personen aus den Communities befragt.

In der dritten Phase wurden Verträge mit den Gemeinden abgeschlossen. Anschliessend konnten geeignete Lokalitäten gesucht werden: Schulhäuser oder Gemeindesäle. Schwierigkeiten bereitete die Infrastruktur: Die zur Verfügung gestellten Laptops mussten einerseits jeden Abend weggeschlossen werden. Andererseits mussten sie über Nach aufgeladen werden, weil nicht genügend geeignete Steckdosen für einen Betrieb am Netz während des Tages vorhanden waren.

Aufgrund der Befragungen und der lokalen Organisationen konnten schliesslich die entsprechenden Programme lanciert werden. Die meist ehrenamtlichen Trainer und Moderatoren wurden vom Länderpartner, dem rumänischen Institut für Erwachsenenbildung (IREA), in fünf  Modulen ausgebildet. Dazu stützten sie sich auf Teile des AdA–Programms und auf das GO-Modell.

Startupförderung und IT-Kenntnisse

Die konkreten Angebote, welche schliesslich in den Community Centers umgesetzt wurden, unterschieden sich je nach Gemeinde. In einem Ort wurden die Grundlagen für Startups gelegt; es wurden Kurse für Unternehmertum angeboten, Businesspläne erstellt und Netzwerke aufgebaut sowie Investoren gesucht.  Darüber hinaus wurden IT-Kurse angeboten: Vermittelt wurden Kenntnisse über Software, Multimedia oder auch Grundlagen der digitalen Alphabetisierung.

Andere Kursangebote umfassten Leadership und Projektmanagement. Doch ging es auch darum, Familienbudgets erstellen zu können, mit dem Handy zu fotografieren und vieles mehr.

Lokale Festivals halfen, auf die Zentren aufmerksam zu machen. Insgesamt haben 1023 Personen Kurse besucht. Pro Zentrum beteiligten sich rund 250 Personen an den Veranstaltungen und Kursen.

Nachhaltigkeit und Überleben

In der vierten Phase ging es um die Nachhaltigkeit und das Überleben der Zentren. Dazu wurde auch die Abschlusstagung Mitte Dezember in Timisoara genutzt. Daran nahmen Vertreter des Staates, der Gemeinden, die Moderatoren und Trainer der Gemeinden und weitere NGO teil. Diese unterzeichneten mit IREA einen Vertrag, der einerseits sichert, dass die Infrastrukturen erhalten, anderseits ein Programm für die Fortsetzung der Finanzierung mit den Gemeinden sichert. Teams auf Ebene der Gemeinden sollen entsprechende Ideen ausarbeiten.

Zusätzlich hat die rumänische Regierung im August 2017 eine Verordnung verabschiedet, die Initiativen zur Akkreditierung, die Organisation und das Funktionieren von Zentren für lebenslanges Lernen in regionalen Gemeinden unterstützen soll. Speziell Infrastrukturen sollen zusätzlich finanziell unterstützt werden. Unser Pilotprojekt dient der Regierung als Modell. IREA plant ebenfalls ein Nachfolgeprojekt in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Staat. (RS)

Involvierte

Antragsteller: Rumänisches Institut für Erwachsenenbildung (IREA) und SVEB

Partner: Fundatia Romano-Germana – Deutsch-rumänische Stiftung, Stiftung für die Entwicklung regionaler und ländlicher Gemeinden (CRA), Foundation The Center for Rural Assistance (CRA) – Stiftung für die Entwicklung regionaler und ländlicher Gemeinden