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Qualität bewegt

  • 05.10.2017

An der ersten nationalen Tagung zur Qualität in der Weiterbildung in Bern Anfang Oktober nahmen knapp 100 Personen teil. Zu reden gab insbesondere die Umsetzung des Weiterbildungsgesetzes. Was Qualität in der Weiterbildung bedeutet und wie sie erreicht wird, waren Themen in den Workshops und im Plenum.

Qualität in der Weiterbildung ist ein Thema, das den Nerv vieler trifft. So fanden sich an der ersten nationalen Tagung zur Qualität in der Weiterbildung am 2. Oktober knapp 100 Personen in Bern ein. Vertreten waren alle relevanten Stakeholder – private Anbieter, Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, Kantonen, des Bundes, Labelträger und Qualitätsexperten sowie verschiedene Verbände. Sie diskutierten einen Nachmittag lang über Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement auf allen Stufen der Weiterbildung: von der Organisations- uber die Angebots- bis hin zur Professionsebene.

Handlungsbedarf auf System-Ebene

Insbesondere stellte sich die Frage nach dem Handlungsbedarf auf der Systemebene nach Inkrafttreten des Weiterbildungsgesetzes (WeBiG) Anfang Jahres. Dass es durchaus noch einigen Handlungsbedarf gibt, zeigte sich in der Diskussion.

Grundsätzlich legt das Gesetz die Verantwortung für die Qualität zwar in die Hände Anbietern. Bei öffentlich geförderter Weiterbildung verlangt das Gesetz indes explizit die Sicherstellung der Qualitätsentwicklung in den Bereichen Information, der Qualifikation der Ausbilderinnen und Ausbilder, der Lernprogramme sowie der Qualifikationsverfahren. Offen bleibt, wer dafür zuständig sein soll.

Auch die Kantone haben Anliegen

Die Forderung nach Koordination und Klärung wurde an der Tagung laut und deutlich geäussert. Sie kam nicht nur von Seiten der Ausbildungsanbieter. Auch die Kantone sehen Nachholbedarf. Die Forderung ging in erster Linie an die Adresse des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Deren Vertreterinnen spielten den Ball zunächst zurück. Für sie war die Tagung selbst der erste Schritt hin zu einer Lösung. Betrachtet man die Tagung als Gelegenheit, die Anliegen nicht nur zu deponieren, sondern als Anstoss für die Ausarbeitung einer Verordnung zum WeBiG, ist dies sicher richtig.

Wie bereits die Bildungsstudie 2016 des SVEB zum Thema Qualität offenbarte, sind Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in den meisten Organisationen Chefsache. Doch sei es wichtig, dass innerhalb einer Institution auch ein einheitliches Qualitätsverständnis vorherrsche, betonten die Teilnehmenden. Gleichzeitig gibt es nicht DIE Qualität. Qualität sei ganz einfach, wenn das herauskomme, was man gewollt habe, fasste Ruth Meyer Junker in ihrer Keynote zusammen. Eine durchaus salomonische Definition.

PDF des Tagungsrückblicks

Was bedeutet Qualität? Die Antworten fielen an der ersten Qualitäts-Tagung vielfältig aus. (Bild: Simone Kamm/SVEB)