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Weiterbildung digital: Grüsse vom Holodeck

  • 30.01.2018

Es wurde viel getwittert, noch mehr diskutiert und irgendwo in der Mitte des Vorlesungssaals auch gezeichnet. Das Medium selbst ist nicht entscheidend, sondern das Konzept dahinter. So lautete eine der Kernaussagen der Tagung #Weiterbildung digital, die am 25. Januar an der PH Zürich stattfand. Will heissen, alle Tablets und Lernplattformen bringen nichts, wenn ihr Einsatz nicht durchdacht ist. Und es bedeutet auch, dass mit einer guten Idee Farbstifte und Kugelschreiber in der digitalisierten Welt noch lange nicht ausgedient haben. Das trifft auf das von Andrea Lüthi live an der Tagung gezeichnete Bildprotokoll zu. Dieser ganz analoge Ansatz hat uns überzeugt, weshalb wir ihn gerne digital teilen.

Digital oder analog ist sekundär, gute Ideen sind gefragt (Bild: Andrea Lüthi)

Gibt es bald den Kurs „Monotoniekompetenz“? Erik Haberzeth, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich, präsentierte zum Einstieg die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Berufsbilder und diskutierte die Ergebnisse mit Claudia Hug , Rektorin des Bildungszentrums Limmattal, und Nils Planzer, CEO der Planzer AG. Mit der Frage, ob jeder Mensch lernbegierig sei, wurde dabei auf philosophischer Ebene gerungen.

POPO, POP oder OPO? Claudia Bremer, E-Learning Expertin an der Goethe-Universität, präsentierte verschiedene Ansätze, um Online- und Präsenzphasen gewinnbringend zu kombinieren. Dabei gilt: Die Technik alleine bringt nichts! Bei neuen Medien muss immer auch ein passendes Konzept erarbeitet werden, im besten Fall gemeinsam mit den Kursleitenden.

Was man als Kursleiterin oder Kurleiter für den Einsatz digitaler Methoden wissen muss, erforscht Bernhard Schmidt-Hertha, Professor an der Universität Tübingen, und entwickelt eine App zum Selbsttest. Erste Resultate zeigen: Der Computer hat das Buch und das Smartphone die Moderationskarten beim Einsatz bereits überholt.

Führt uns die Digitalisierung zurück in die Unmündigkeit? Ulla Klingovsky, Professorin an der Fachhochschule Nordwestschweiz, plädierte dafür, dass die Weiterbildung einen Beitrag leisten muss, damit uns in einer digitalisierten Gesellschaft der gesunde Menschenverstand nicht abhanden kommt. Ihr Ansatz sind neue Lernräume: „Third Spaces“ oder das „Holodeck“, wie es Pius Gruber, Klubschule Migros Zürich, in der anschliessenden Diskussion mit Gaby Probst, Dozentin an der Hochschule für Wirtschaft Fribourg, nannte. Lernen soll im Laborsetting zum gemeinsamen Prozess werden.

Damit endete die Tagung mit einem Plädoyer und einem Verweis auf ein Bild aus der Präsentation von Claudia Bremer. Dieses zeigte, wie ähnlich sich die Klassenzimmer von heute und früher sind. Die Unterrichtsräume mit digitaler Infrastruktur aufzurüsten, ist noch keine Revolution. Für diese müsste die Bildung generell neu gedacht werden. Die Digitalisierung kann dafür durchaus zum Anlass dienen. (PhS)