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Das Weiterbildungsgesetz ist in Kraft – jetzt sind die Kantone gefordert

11. Januar 2017

Das Weiterbildungsgesetz ist seit dem 1. Januar in Kraft. Damit gilt in der Schweiz erstmals ein nationales Gesetz, das die Rahmenbedingungen für die Steuerung und Förderung der Weiterbildung durch Bund und Kantone setzt. Unter anderem regelt es die Förderung des Erwerbs und des Erhalts von Grundkompetenzen – Lesen, Schreiben,  aber auch Alltagsmathematik und grundlegende IT-Kenntnisse.

15 Millionen für vier Jahre
Das Gesetz sieht vor, dass Kantone eigene Programme entwickeln und beim Bund einreichen. Dieser unterstützt die Kantone subsidiär. Dafür stehen 15 Millionen Franken auf vier Jahre hinaus zur Verfügung.

Die Eingabefrist für die Kantone läuft Ende April aus. Wer bis dann nicht die Absicht bekundet hat, ein Programm zu entwickeln, kann dies später nicht nachholen. „Es ist bereits jetzt absehbar, dass nicht alle 26 Kantone Programme lancieren“, sagt SVEB-Direktor Bernhard Grämiger. Man verpasse damit eine einmalige Chance, etwas für die dringend notwendige Förderung der Grundkompetenzen zu tun.

Es droht ein Skandal
Um die Aufgabe zu meistern, sind die zur Verfügung gestellten Mittel ohnehin bescheiden. „Sollten die Kantone sie nicht einmal abholen, wäre dies ein Skandal“, sagt SVEB-Präsident und SP-Nationalrat Matthias Aebischer. Sollte sich abzeichnen, dass einzelne Kantone aussen vor bleiben, müsse der Bund weitere Anreize schaffen, um die Kantone zu Programmen zu motivieren, sagt Aebischer.

Der SVEB wird die Entwicklung in den Kantonen weiter verfolgen und alles dafür tun, damit das Weiterbildungsgesetz nicht zum Papiertiger wird.