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Good Practice für die Förderung am Arbeitsplatz

Das GO Modell ist ein Good Practice Modell für die arbeitsplatzorientierte Förderung der Grundkompetenzen – zum Vorteil von Mitarbeitenden und Betrieben. In kurzen Lernsequenzen erhalten Mitarbeitende die Kompetenzen, die sie im betrieblichen Umfeld brauchen. Das Modell ist flexibel in allen Betriebsgrössen einsetzbar und berücksichtigt, dass jeder Betrieb einzigartig ist.

In fünf Schritten zur richtigen Förderung

Der innovative Gehalt von GO liegt in der konsequenten Umsetzung der Förderung direkt am Arbeitsplatz - in fünf Schritten. Die Bildungsmassnahmen sind kurz gehalten (max. 30 Std.) und setzten zielgerichtete Impulse für eine nachhaltige Verbesserung der Grundkompetenzen.

  1. Die Anforderungsanalyse
    Die Anforderungsanalyse ist die Grundlage für die Erhebung des Bildungsbedarfs und die Definition einer Bildungsmassnahme im Betrieb. Sie beinhaltet Gespräche mit Mitarbeitenden und mit Vorgesetzten, Beobachtungen am Arbeitsplatz und ein Anforderungsprofil, das die Kompetenzen definiert, die für eine Tätigkeit (Anwendungssituation) erforderlich sind.
  2. Die Bedarfserhebung
    Die Bedarfserhebung bezieht sich auf die Anforderungen der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Sie sollte nicht zu eng gefasst sein. Auch «private» Anliegen sind Anknüpfungspunkte für Bildungsmassnahmen, die sich für den Betrieb lohnen können.
  3. Die Bildungsmassnahme
    Idealerweise treffen bei der Konzeption der Bildungsmassnahme der im Betrieb erhobene Bedarf und die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden zusammen. Die Teilnehmenden müssen spüren, dass die Schulungsinhalte für sie relevant und die Ziele erreichbar sind.
  4. Der Transfer in den Arbeitsalltag
    Nachhaltiges Lernen braucht regelmässige Praxis. Bei GO wird der Transfer über ein eigenes «Transferprojekt» sichergestellt. Die Wichtigkeit des Transferschrittes – und der damit verbundenen Verzögerungen oder kurzfristigen „Störungen“ im Betriebsablauf – muss von Anfang an bekannt sein und von der Betriebsleitung unterstützt werden. Nur so kann der Erfolg der Bildungsmassnahme gesichert werden.
  5. Die Evaluation
    Eine laufende Evaluation der Bildungsmassnahme erlaubt es, für den Betrieb und für die Teilnehmenden immer wieder die Erfolge festzuhalten und je nach Verlauf die Zielsetzungen anzupassen. Die Evaluation einer Bildungsmassnahme kann zu ergänzenden Fördermassnahmen führen und weitere Verbesserungen mit sich bringen.

Beteiligte Akteure

Die fünf Schritte des GO Modell werden von verschiedenen Akteuren begleitet.

Um eine Bildungsmassnahme in einem Betrieb umzusetzen, braucht es eine/einen TüröffnerIn. Das ist eine Person, die das betriebliche Umfeld kennt und die Betriebsleitung vom Nutzen der Bildungsmassnahme überzeugen kann. Nachdem die/der TüröffnerIn den Weg zum Betrieb geebnet hat, wird die Verantwortung für die Bildungsmassnahme von einer/einem ProzessbegleiterIn übernommen. Eine/ein BedarfsanalystIn führt die Anforderungsanalyse und die Bedarfserhebung durch. Die/der KursleiterIn plant die Bildungsmassnahme und führt sie durch. Eine/ein TransferverantwortlicheR aus dem Betrieb unterstützt die Teilnehmenden bei der Anwendung der neuen Fähigkeiten im Arbeitsumfeld. Die/der ProzessbegleiterIn ist für den gesamten Prozess verantwortlich, hält den Kontakt mit dem Betrieb und  schliesst den GO Prozess mit einer Evaluation ab.