Hauptinhalt

Corona-Krise: Kredite bis 500'000 Franken ohne Gebühren und Zinsen

  • 25.03.2020

Der Bundesrat hat am Mittwoch, 25. März, weitere Informationen zu den getroffenen Massnahmen zur Entschärftung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gegeben. So können Kredite bis zu 500'000 Franken zu 0 Prozent Zinssatz und ohne Gebühren bezogen werden.

Der Bundesrat hat am Freitag, 20. März, verschiedene Massnahmen bekannt gegeben, die namentlich KMU und selbstständig erwerbenden Personen rasch Zugang zu finanziellen Mitteln gewähren sollen. KMU (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) sollen auf einfachem Weg Überbrückungskredite von ihren Banken erhalten. 

Am Mittwoch, 25. März, hat der Bundesrat weitere Details dazu bekannt gegeben. Die Verordnung tritt am 26. März in Kraft.

Betroffene Unternehmen sollen Kreditbeträge bis zu 10 Prozent des Umsatzes oder maximal 20 Mio. Franken erhalten. Dabei sollen Beträge bis zu 500'000 Franken von den jeweiligen Hausbanken der Unternehmen sofort ausbezahlt werden und vom Bund zu 100 Prozent garantiert werden. Diese Kredite werden ohne Gebühren und zu einem Zinssatz von 0 Prozent gewährt.

Darüber hinaus gehende Beträge sollen vom Bund zu 85 Prozent garantiert werden, vorausgesetzt wird eine kurze Bankprüfung. Für Kredite zwischen 500'000 Franken und 20 Mio. Franken wird ein Zinssatz von 0,5 Prozent eingesetzt.

Formulare für Kreditanträge

Unternehmen kann zudem ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben ebenfalls die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akontobeiträge sind die AHV-Ausgleichskassen.

Kurzarbeitentschädigung auch für Gesellschafter einer GmbH

Der Bundesrat hat auch die Regelungen für Kurzarbeit angepasst. Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.

Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlöhung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320 Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können. Auch die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.

Hilfe für Selbständigerwerbende

Selbständigerwerbende, die wegen behördlicher Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen,
  • ärztlich verordnete Quarantäne,
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes. 

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10 respektive 30 befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen.

Der SVEB wird diese Massnahmen analysieren, den weiteren Bedarf für die Weiterbildungsbranche ermitteln und einen Forderungskatalog zuhanden der Bundesbehörden erstellen.  

Weitere vom Bund getroffene Massnahmen beziehen sich auf Verzugszinsen bei Mehrwertsteuer, Zöllen, Verbrauchssteuern und Lenkungsabgaben, Schuldbetreibung und Konkurs.

Die Medienmitteilung des Bundes mit sämtlichen Massnahmen