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Die Ergebnisse der PISA-Studie sind auch ein Signal für die Weiterbildung

  • 03.12.2019

Schweizer Schülerinnen und Schüler lesen zunehmend schlechter. Was die 15-Jährigen heute nicht können, müssen sie unter Umständen als Erwachsene nachholen. Das ist eine Herausforderung für die Weiterbildung.

(RS) Alle drei Jahre publiziert die OECD die Ergebnisse der sogenannten PISA-Studie. Die aktuelle Ausgabe legte den Fokus auf die Lesekompetenz der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler. Die Resultate lassen eine Tendenz hin zu ständig schlechter werdenden Kompetenzen erkennen. Zwar weist die Studie darauf hin, dass die Leistungen der Schweizer Schülerinnen und Schüler im OECD-Durchschnitt liegen. Warnsignale gebe es dennoch, so die Autorinnen und Autoren.

Auswirkungen auf Alltag und Berufsleben

Es wurde festgestellt, dass sich die Leseleistung der Jugendlichen zwischen 2015 und 2018 um 8 Punkte verringert hat. Darüber hinaus habe auch die Streuung der Leseleistung zwischen 2015 und 2018 zugenommen, was auf eine Tendenz zu einer Zunahme der Leistungsunterschiede zwischen den schwächsten und stärksten Leserinnen und Lesern hinweise. So lasse sich festhalten, dass in der Schweiz in den letzten Jahren vor allem die Gruppe der vergleichsweise schwachen Leserinnen und Leser von einem zusätzlichen Leistungsabfall betroffen war. Insgesamt konstatiert die Studie «eine Zunahme des Anteils an Schweizer Schülerinnen und Schülern, die im Lesen nicht kompetent genug sind, um Herausforderungen im Alltag oder Berufsleben bewältigen zu können.»

Angebote der Erwachsenenbildung sind nötig

Diese Schwächen tragen die Jugendlichen in ihr Erwachsenenleben weiter und beeinflussen ihre beruflichen Möglichkeiten. Deshalb sind gezielte Angebote der Erwachsenenbildung notwendig, auf die Personen zurückgreifen können, die mit Leseschwächen oder mit Defiziten bei anderen Grundkompetenzen konfrontiert sind. Und nicht allein die konkreten Angebote sind notwendig; Information und Sensibilisierung von Erwachsenen ist in diesem Zusammenhang ebenso wichtig. 

Im Bereich Grundkompetenzen ist man in der Schweiz durchaus alarmiert; Bund und Kantone haben verschiedene Massnahmen angestossen. Diese reichen jedoch längst noch nicht, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. In den nächsten Monaten wird sich das Parlament in Bern mit der Verteilung der Bundesgelder für die Bildungsbereiche befassen. In der sogenannten BFI-Botschaft stellt die Weiterbildung jedoch nach wie vor einen äusserst kleinen Posten dar. Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie sollten auch dahingehend gelesen werden, dass die Aufgaben der Weiterbildung in Zukunft eher zu als abnehmen werden, was sich auch in der Mittelverteilung niederschlagen müsste.

Download der Studie

Leserin
Die aktuelle PISA-Studie stellt eine erneute Verschlechterung der Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern fest. (Bild: Pixabay)