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Die Weiterbildungsoffensive in der Sozialhilfe zeigt Wirkung

  • 18.02.2021

Vor zwei Jahren haben die Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und der SVEB gemeinsam eine Weiterbildungsoffensive für die Sozialhilfe lanciert. Diese verfolgt das Ziel, Bezügern und Bezügerinnen von Sozialhilfe bessere Möglichkeiten zu bieten, sich weiterzubilden. Nach zwei Jahren ziehen die Initianten eine positive Bilanz.

Zielgruppe der WBO Sozialhilfe sind Personen ohne formalen Berufsabschluss, das sind rund die Hälfte der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger. Rund 30 Prozent der Sozialhilfebeziehenden hat überdies Schwierigkeiten mit den Grundkompetenzen. Für einen Grossteil der Personen, die von der Sozialhilfe abhängig sind, ist es somit sehr schwierig, sich beruflich weiterzuentwickeln oder überhaupt erst Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Die WBO setzt hier an, wobei die Förderung sich nicht auf die berufliche Entwicklung beschränken soll. Mit den Bildungsmassnahmen sollen die Sozialhilfebezüger und -bezügerinnen auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung sowie bei der Alltagsbewältigung unterstützt werden. Umgesetzt werden die Massnahmen nach einem individuellen Bildungsplan. Dieser wird für jede Person auf der Basis einer sorgfältigen Abklärung von Lernmotivation und individuellen Voraussetzungen erstellt.

Umsetzung in zehn Gemeinden

Nach einer Start- und Aufbauphase begannen die SKOS und der SVEB Ende 2019 mit der Umsetzung der Weiterbildungsoffensive. Zehn Städte und Gemeinden zeigten Interesse an diesem für die Sozialhilfe neuen Förderansatz und begannen mit dem Aufbau entsprechender Förderstrukturen in den Sozialdiensten. Dazu gehören grössere Städte wie Biel und Sozialregionen wie Zenso, aber auch kleinere Gemeinden wie bspw. Eschlikon. SKOS und SVEB begleiten und beraten die Gemeinden gemeinsam mit Expert*innen und stellen die Zusammenarbeit über Workshops und Austauschtreffen sicher.

Nach gut einem Jahr ziehen die Projektleiterinnen eine positive Bilanz. Die Sozialdienste haben sich intensiv mit dem Thema «Grundkompetenzen erkennen und ansprechen» beschäftigt. Sie haben Arbeitsgruppen zum Thema Grundkompetenzen gegründet, interne Workshops organisiert, ihre internen Prozesse reflektiert und gegebenenfalls angepasst. Dabei sind aus der Praxis Instrumente wie Checklisten entwickelt oder angepasst und getestet worden, darunter die Standortbestimmung im Bereich Grundkompetenzen. Das Thema des letzten Workshops im Januar 2021 war der gezielte Umgang mit Bildung. Die Sozialdienste beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie sie Bildung in ihre bestehenden Planungsdokumente wie z.B. Zielvereinbarungen oder Integrationspläne und Prozesse einbauen und die Begleitung sicherstellen können.

Einige Sozialdienste konnten durch das Projekt ihre Verbindung zum Kanton stärken. Die Sozialregion Zenso ist Multiplikator im Bildungsgutscheinprojekt des Kantons Luzern. In Eschlikon ist in Zusammenarbeit mit dem Kanton Thurgau ein Lerncafé am Entstehen und die WBO-Sozialdienste im Kanton Bern sind daran, sich mit den kantonalen Stellen zu vernetzen, die für Bildung und Soziales verantwortlich sind.

Ausblick

Das Projekt Weiterbildungsoffensive in der Sozialhilfe läuft bis Ende 2021. Es wird von der Ernst Göhner Stiftung, der Christoph Merian Stiftung, der Paul Schiller Stiftung und der UBS Stiftung für Soziales und Ausbildung finanziell unterstützt. Städte und Gemeinden, die sich für die Weiterbildungsoffensive interessieren, können sich bei der SKOS oder beim SVEB  melden.

Weitere Informationen

Bei Fragen und Rückmeldungen zur Weiterbildungsoffensive können Sie sich gerne an die SKOS (Fragen betreffend Sozialdienste) oder den SVEB (Fragen betreffend Bildung) wenden:

Markus Kaufmann, Geschäftsführer SKOS, Tel. 031 326  19 14

Andrea Beeler, Co-Projektleiterin Weiterbildungsoffensive, Tel. 031 326 19 18

Cäcilia Märki, Co-Projektleiterin Weiterbildungsoffensive, Tel. 044 319 71 58

Berhard Grämiger, Direktor SVEB, Tel. 044 319 71 61