Hauptinhalt

Digitalisierung in der Weiterbildung: Die Meinung der Ausbildenden

  • 22.10.2018

Ausbilderinnen und Ausbilder wollen mehr als nur tweeten und sharen. Gemäss einer neuen Befragung aller Personen, die seit 2009 den Fachausweis „Ausbilder/in“ erworben haben, ist ein grosser Teil der Lehrpersonen auch an der Entwicklung von digitalen Angeboten und Programmierkenntnissen interessiert.

Vor einem Jahr kamen in der Weiterbildungsstudie des SVEB und der PHZH die Institutionen zu Wort. Über 300 Schulen, Abteilungen und Selbstständige gaben ihre Einschätzungen zu Einfluss und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Erwachsenenbildung ab. Dieses Jahr waren die Ausbilderinnen und Ausbilder gefragt und sie sind dem Aufruf gefolgt: Insgesamt 1'325 Absolventinnen und Absolventen des Fachausweises „Ausbilder/in“ haben sich an einer Umfrage beteiligt, und erlauben damit ein repräsentatives Bild dieser Berufsgruppe.

Erste Resultate ermöglichen den Vergleich der Meinungen von Institutionen und Lehrpersonen, beinhalten aber auch neue Fragen, die in der Weiterbildungsstudie noch nicht berücksichtigt wurden. Ein Aspekt, der sowohl den Vergleich als auch Neues beinhaltet, ist die Frage nach den nötigen digitalen Kompetenzen.

Nur wenige Ausbildende benötigen heute Programmierkenntnisse, Weiterbildungsbedarf sehen diesbezüglich aber viele (Bild: Pixabay).
Differenzierte Meinung zu digitalen Kompetenzen

Schon die Institutionen konnten vor einem Jahr angeben, welche digitalen Kompetenzen eine Lehrperson in der Erwachsenenbildung heute mitbringen sollte (Abb. 1). Die Fachausweisinhaberinnen und –inhaber wurden nun gefragt, welche dieser Kompetenzen sie für ihre Arbeit als wie wichtig erachten (Abb. 2). Die Ergebnisse zeigen eine ähnliche, aber differenziertere Gewichtung. So zeigt sich, dass die Organisationen die Bedeutung mancher Kompetenzen für die Arbeit der Ausbildenden unterschätzen. Dazu gehören unter anderem die Kenntnisse über neue technische Entwicklungen in der Digitalisierung sowie Kompetenzen zur Erstellung von Videos. Im Vergleich zu den Institutionen sind für einen grösseren Teil der Ausbildenden praktische digitale Anwendungen wie etwa die Entwicklung von Online-Angeboten, das Erstellen von Videos oder Programmierkenntnisse zwingend notwendig. Gleichzeitig gibt aber auch ein höherer Anteil der Ausbildenden gegenüber der Institutionen an, einige dieser Kompetenzen gar nicht zu benötigen.


Daneben wurden in der neuen Studie zusätzliche Kompetenzen abgefragt (Abb. 2, unter der Trennlinie). Diese bestätigen einerseits, dass praktische digitale Anwendungen für viele Lehrpersonen zwingend nötig sind (Umgang mit digitalen Tools und Lernplattformen). Als sehr wichtig erweisen sich auch die Themen Datenschutz und Urheberrecht; dieses Kompetenzfeld wurde bei der Befragung der Organisationen nicht erfasst.

Hoher Weiterbildungsbedarf

Bezogen  auf diese Kompetenzen wurden die Ausbildenden auch gefragt, wo sie selbst Weiterbildungsbedarf haben. Generell besteht hier für fast alle Felder ein relativ hohes Bedürfnis. Nur die IKT-Basics und Social Media-Skills scheinen schon relativ gut abgedeckt zu sein. Auffallend ist, dass gerade bei neuen technischen Entwicklungen und der Entwicklung von Online-Angeboten ein hoher Weiterbildungsbedarf besteht. Ausbilderinnen und Ausbilder zeigen also auch an technischen Anwendungen, deren Entwicklung und gar der Programmierung ein grosses Interesse. So zeigen sich – im Vergleich zu der Anzahl, die dies bereits als zwingend nötig erachtet – auch sehr viele an Weiterbildungen bezüglich der Entwicklung und Nutzung von Microlearning-Formaten interessiert. (PhS)

 

Austauschtreffen
Am 10. Dezember laden wir Teilnehmende und Interessierte zu einem Austauschtreffen ein. Dort können die Resultate diskutiert und weitere Bedürfnisse und Anregungen zum Thema eingebracht werden. Die Ergebnisse des Austauschtreffens fliessen in die weitere Analyse der Studie ein. Sie werden ausserdem bei der Revision des AdA-Baukastens berücksichtigt, um Ausbildende aller Stufen künftig besser auf die Digitalisierung vorbereiten zu können.
weitere Informationen und Anmeldung