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EAEA fordert Anerkennung der Erwachsenenbildung als Sektor des Bildungssystems

  • 19.05.2020

Die EU könnte die Förderung der Weiterbildung auf berufliche Qualifikation und Grundkompetenzen reduzieren. Das fürchtet der europäische Verband für Erwachsenenbildung EAEA und fordert die Anerkennung der Erwachsenenbildung als separaten Sektor des Bildungssystems.

Der europäische Verband für Erwachsenenbildung (EAEA) ist besorgt über die zukünftige Stellung der Erwachsenenbildung in der EU. In diesem Jahr läuft die aktuelle Agenda aus. Dieser lag ein umfassendes Verständnis von Erwachsenenbildung und ihrer Förderung zugrunde. In Zukunft könnten nur noch Teile der Erwachsenenbildung in der europäischen Strategie berücksichtigt werden, fürchtet die EAEA. Diese könnten sich einzig auf Grundkompetenzen und berufliche Fähigkeiten konzentrieren.

Für eine starke Agenda

Für die EAEA ist das ein zu eingeschränkter Blick auf die Weiterbildung. Sie beruft sich dabei auf die lange Tradition der Erwachsenenbildung in Europa mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ausrichtungen. Die EAEA schlägt deshalb eine neue und starke europäische Agenda für die Erwachsenenbildung vor.

Darin soll die Erwachsenenbildung als ein separater Sektor des Bildungssystems anerkennt und alle Aspekte der Erwachsenenbildung abdeckt werden. Zudem fordert die EAEA den Entwurf eines ehrgeizigen Plans für die weitere Entwicklung insbesondere der gemeinschaftlichen und nonformalen Erwachsenenbildung.

Agenda 2011 bis 2020

Die aktuelle europäische Agenda für Erwachsenenbildung wurde 2011 verabschiedet und läuft bis 2020. Der Aktionsplan sah vor, lebenslanges Lernen und Mobilität in der Erwachsenenbildung zu verwirklichen, Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern, Gerechtigkeit, sozialen Zusammenhalt und aktiven Bürgersinn sowie Kreativität und Innovation zu fördern. Schliesslich sollte auch die Wissensbasis über die Erwachsenenbildung und die Überwachung des Erwachsenenbildungssektors verbessert werden.

Bis 2020 sollen überdies 15 Prozent der Erwachsenen im Alter von 25 bis 64 Jahren an der Erwachsenenbildung teilnehmen. Nach der letzten Erhebung im Jahr 2016 lag die durchschnittliche Teilnahme bei 10,8 Prozent und nur sieben 7 EU-Länder hatten die Zielquote erreicht. Dies bedeutet einen leichten Anstieg im Vergleich zur letzten Umfrage im Jahr 2011.

Der SVEB ist ebenfalls Mitglied der EAEA und mit seinem Direktor Bernhard Grämiger auch im Vorstand vertreten.