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Ein Bildungs-Unternehmer durch und durch

  • 19.05.2020

Jakob Limacher verlässt den SVEB-Vorstand nach 20 Jahren. Eine kurze Würdigung, verbunden mit grossem Dank und den besten Wünschen für die Zukunft.

Nach 20 Jahren verlässt Jakob Limacher den SVEB-Vorstand. Der ehemalige Akad-Inhaber und Mitgründer der Kalaidos Bildungsgruppe hat wesentlich zur Entwicklung des Verbands beigetragen.  

Limacher ist ein ausgesprochener Bildungs-Unternehmer. Vor 23 Jahren ist die Kalaidos Bildungsgruppe mit einer Handvoll Studierender im Nachdiplom-Studienbereich gestartet. Heute zählt die Gruppe fast 3000 Studierende.  

Damit hat Jakob Limacher – zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Thomas Suter und Christian Zindel ­– ein in der schweizerischen Weiterbildungslandschaft einmaliges Gebilde geschaffen, einen «Bildungsgiganten», wie die Handelszeitung die Kalaidos einmal nannte. Im vergangenen Jahr verkaufte das Dreigespann die Gruppe an die deutsche Klett-Gruppe.  

Was Private leisten können

Der Aufbau der Kalaidos-Gruppe war und ist ein Statement, was Private in der Bildungslandschaft leisten können und sollen. Jakob Limacher setzte sich stets für die Anerkennung der privaten Weiterbildung ein. So sagte er gegenüber der NZZ 2005: «Ich wünsche mir, dass der Staat uns Private als echten Partner akzeptiert und unserer Innovationskraft nützt, statt uns mit Ignoranz und Nichtbeachtung zu bestrafen.»  

Mit diesem Anliegen passte er hervorragend in den SVEB-Vorstand, in dem Limacher denn auch einen bildungspolitischen Ansatz vertrat, der für ein selbstbewusstes Auftreten der Privaten stand. Dabei ging es ihm aber keineswegs nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch um Chancengerechtigkeit und eine sozialpolitisch gerechte Bildungskonzeptionen. Limacher, der seine Matura selbst auf dem zweiten Bildungsweg machte, wusste dabei, wovon er sprach.  

Unternehmerische Prinzipien für den Verband

Gleichzeitig verordnete Limacher dem Verband unternehmerische Grundprinzipien, wie der ehemalige SVEB-Direktor André Schläfli betont. Ein lediglich «verwalteter» Verband kam für ihn nicht in Frage. Das hatte auch praktische Seiten. So hatte Limacher stets ein Auge auf die Buchhaltung des Verbands und sorgte für eine moderne Form des Rechnungswesens. Der Aufbau des Eigenkapitals, dank dem der SVEB heute seine bildungspolitischen Anliegen finanzieren kann, ist mit ein Verdienst des Unternehmers.  

In der eigentlichen Vorstandsarbeit zeichnete sich Jakob Limacher durch seine sparsamen, jedoch überlegten und damit auch wirksamen Interventionen aus. «Jakob Limacher ist ein scharfer Analytiker und sein Wort hatte sehr viel Gewicht im Vorstand», sagt der aktuelle SVEB-Direktor Bernhard Grämiger. Das Eigeninteresse als Unternehmer und Besitzer einer Bildungsgruppe überwog dabei nie gegenüber dem Verbandsinteresse.  

Kleinere Brötchen

Limacher ist aber nicht nur Unternehmer. Er besitze auch eine musische Seite und eine handwerkliche. «Zu seinen Leidenschaften gehört heute das Brotbacken», verrät André Schläfli.  

Nach dem Verkauf der Kalaidos Gruppe im vergangenen Jahr und dem Austritt aus dem SVEB-Vorstand wird Jakob Limacher zwar kleinere Brötchen backen, was nicht heisst, dass diese weniger gut gelingen. Und ohnehin, so leicht wird er der Weiterbildung nicht entgehen, wenn man SVEB-Präsident Matthias Aebischer glauben will. «Jakob Limacher ist bestens vernetzt und kennt die Weiterbildungslandschaft aus dem Effeff. Wir werden ihn sicher auch nach seinem Austritt immer wieder um Rat anfragen», so Aebischer.  

Vorderhand möchten wir uns aber für die geleistete Arbeit und die langjährige Treue gegenüber dem Verband bedanken und Jakob Limacher für die Zukunft alles Gute wünschen, egal in welcher Backstube er tätig ist.

Jakob Limacher
Jakob Limacher hat eines der grössten privaten Bildungsunternehmen der Schweiz geschaffen. (Bild zvg)