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Grundkompetenzen Erwachsener 2030: Intensivierung und Weiterentwicklung

  • 23.08.2022

Am 28. September führt der SVEB zusammen mit dem Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben und dem Verband der Schweizerischen Volkshochschulen einen Open Space zum Thema «Grundkompetenzen 2030» durch. Das Format soll einen offenen Dialog darüber ermöglichen, wie die Förderung von Grundkompetenzen Erwachsener in Zukunft umgesetzt werden kann. Cäcilia Märki, Leiterin Grundkompetenzen beim SVEB, im Gespräch mit SVEB-Direktor Bernhard Grämiger.

Cäcilia Märki: Wieso organisiert der SVEB einen Open Space zum Thema Grundkompetenzen?
Bernhard Grämiger: Wir möchten einen Raum zur Verfügung stellen, in dem sich die verschiedenen Akteure im Bereich Grundkompetenzen austauschen und gemeinsam neue Ideen generieren können. Hintergrund ist, dass in den letzten Jahren in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland oder den nordischen Staaten im Bereich Grundkompetenzen weniger gezielt Entwicklungsprojekte angestossen wurden. Bei uns gibt es viele innovative Akteure. Die Projektdichte ist aber deutlich tiefer als bei unseren Nachbarn im Norden.

Ziel ist also die Beschleunigung der Entwicklung?
Ja genau. Es läuft viel im Bereich Grundkompetenzen, aber die Geschwindigkeit der Entwicklung ist noch zu tief. Wir möchten die Entwicklung beschleunigen, damit wir noch näher an die Zielgruppe herankommen und die Teilnahme rascher steigt als bisher. Es braucht auf allen Ebenen eine Intensivierung, eine koordinierte und raschere Weiterentwicklung des Bereichs.

In welchen Kontext ist der Open Space eingebettet?
Seit 2017 gibt es das Weiterbildungsgesetz als Auftrag und Grundlage zur Förderung der Grundkompetenzen Erwachsener. Die Förderstrukturen haben sich in vielen Kantonen in den letzten fünf Jahren deutlich verbessert. Auch auf der politischen Ebene hat das Thema Grundkompetenzen mehr Gewicht erhalten. Aktuell diskutieren der Bund, die Kantone und die Sozialpartner gemeinsam mit den Dachverbänden der Weiterbildung, welche Ziele im Bereich Grundkompetenzen in den nächsten Jahren erreicht werden sollen. Die Förderung von Innovationen ist dabei ein wichtiges Thema.

Wie würdest Du den Entwicklungsbedarf im Bereich Grundkompetenzen umreissen?
Ich sehe Innovationspotenzial auf der Angebotsebene, auf der Ebene der Teilnehmergewinnung sowie auf der Systemebene.

Kannst Du mehr dazu sagen?
Auf der Angebotsebene sind aus meiner Sicht die Digitalisierung, die Flexibilisierung sowie die Integration der Grundkompetenzen in neue Förderkontexte die übergeordneten Themen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass gerade bei der Digitalisierung viele Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden sind. Bei den Zugängen zu den Teilnehmenden stehen neue Lernorte und Kooperationsformen im Vordergrund. Die Zusammenarbeit mit der Sozialhilfe im Bereich der Grundkompetenzen macht aktuell deutlich, was hier alles möglich ist. Ein grosses Potenzial sehe ich zum Beispiel bei der Zusammenarbeit mit Berufsberatungsstellen. Auf der Systemebene gehören die Koordination, neue Finanzierungsformen sowie die Qualitätsentwicklung zu den grossen Themen.

Welche Ergebnisse wünschst Du Dir vom Open Space?
Ich erhoffe mir eine energiegeladene Veranstaltung, an der im gemeinsamen Dialog neue Ideen, Initiativen und Projekte entstehen, die dann auf verschiedenen Ebenen neue Impulse setzen.

An wen richtet sich die Veranstaltung?
Eingeladen sind Weiterbildungsanbieter und Kursleitende im Bereich Grundkompetenzen, Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und Gemeinden, die sich mit dem Thema Grundkompetenzen befassen sowie Beratungsstellen, NGO, Fach- und Branchenverbände.

Open Space vom 28.9.22: Grundkompetenzen 2030