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Kanton Zürich startet Projekt «Lernstuben»

  • 23.09.2019

Die Fachstelle Grundkompetenzen des Kantons Zürich will den Aufbau von regional gut verankerten «Lernstuben» fördern. Für Cäcilia Märki, Leiterin Grundkompetenzen SVEB, ein vielverpsrechender Ansatz.

Gute Angebote alleine nützen nichts, wenn die Zielgruppe dazu keinen Zugang findet. So steht es in der Mitteilung des Kantons Zürich zum neuen Grundkompetenzen-Projekt «Lernstuben». Mit diesem möchte der Kanton darum ein niederschwelliges Lernangebot vor Ort schaffen, welches Personen erreichen soll, die sich von klassischen Kursangeboten nicht angesprochen fühlen.

Der Lernort als Schlüssel

Gemäss Definition des Kantons soll es sich bei einer «Lernstube» um eine Umgebung handeln, die Lust am Lernen weckt und die sowohl Begegnungen mit anderen Gleichgesinnten beim Kaffee als auch professionelle Beratung und Begleitung ermöglicht.

In der ersten Phase bis Ende 2024 sollen bis zu acht solcher «Lernstuben» im Kanton Zürich entstehen. Sie können in Grösse und Art variieren. Gemeinschaftszentren, Familienzentren und Schreibdienste, aber auch Cafés oder Co-working-Spaces können zu Lernorten ausgebaut werden. Voraussetzung ist der direkte Kontakt mit der Zielgruppe, die regionale Ausrichtung, ein kollaboratives Setting sowie die Nutzung der vom Kanton bereitgestellten «eLounge». Diese können Anbieter bei der Vermittlung der digitalen Grundkompetenzen in den «Lernstuben» nutzen.

Ein vielversprechender Ansatz

Cäcilia Märki, die den Bereich Grundkompetenzen beim SVEB leitet, nennt mehrere Gründe, weshalb es sich um ein Projekt mit Potential handle. Insbesondere der Fokus auf die Vernetzung der Lernstuben in der Region sei zu begrüssen. So entstehe auch eine Vernetzung der Gemeinden untereinander, Verbindungen zu den Sozialdiensten, den RAVs, den Kantonalen Integrationsprogrammen und weiteren. «So eine regional verankerte «Lernstube» hätte viele Arme, die in unterschiedliche «Amtsstuben» ausgestreckt werden. Das ist ein vielversprechender Ansatz.»

Dass der Ansatz auch neue Lernangebote  schafft – inkl. der «eLounge», welche der Kanton gerade entwickelt – und diese dort ansiedelt, wo die Betroffenen bereits anzutreffen sind, sei ebenfalls ein wichtiger Schritt. Offen ist für Cäcilia Märki noch, wer diesen Ansatz umsetzen wird: «Ich bin sehr gespannt, welche Trägerschaften sich bilden und welche Angebote entstehen werden».

Ein Wehrmutstropfen bleibt

Mit den «Lernstuben» schlägt der Kanton Zürich ein neues Kapitel in der Förderung der Grundkompetenzen auf. Doch für Cäcilia Märki ist klar, dass der Kanton Zürich im Bereich Grundkompetenzen dennoch vor weiteren Herausforderungen steht: «Ein grosser Wehrmutstropfen bleibt! Ausserhalb der «Lernstube» fehlt dem Kanton Zürich die Rechtsgrundlage, um weiterführende Bildungsangebote im Bereich Grundkompetenzen von privaten Anbieter zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass diese Lücke bald ebenso ambitioniert geschlossen wird!»

Mitteilung der Fachstelle Grundkompetenzen des Kantons

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