Hauptinhalt

Kleinstunternehmen lernen auf eigene Faust

  • 16.09.2019

Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitenden beschäftigen sich sehr aktiv mit Weiterbildung. Sie nutzen dafür aber nur selten standardisierte Kurse oder die Unterstützung von Weiterbildungsanbietern. Das zeigt eine neue Studie des SVEB.

von Philipp Schüepp

Repräsentative Zahlen zur Weiterbildungsaktivität von Kleinstbetrieben (1 bis 9 Mitarbeitende) gibt es in der Schweiz keine. Die offiziellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) klammern diese Unternehmen aus, lassen aber eine Tendenz erkennen: Je kleiner ein Unternehmen, desto weniger oft werden Weiterbildungen unterstützt und umso weniger Mitarbeitende profitieren von diesen.

Die Vermutung liegt nahe, dass ganz unten in dieser Kette die Kleinstunternehmen stehen könnten. Belege dafür gab es jedoch nicht. Ausserdem zeigte bereits eine frühere Studie des SVEB, dass die rein quantitative Erfassung von «Weiterbildungsaktivitäten» nicht weit genug greift, um das Lernen, das in KMU stattfindet, zu erfassen. 

Eine neue explorative Studie, die im Rahmen des EU-Projekts «ME2ME – Micro-enterprise Learning Partnerships»  stattfand und in welcher 14 Kleinstunternehmen und vier Weiterbildungsanbieter befragt wurden, bietet nun einen Einblick in diese Thematik.

Download der Studie

Generell zeigt sich, dass Kleinstbetriebe der Weiterbildung eine hohe Bedeutung beimessen. Die entsprechenden Aktivitäten bezieht sich dabei fast immer auf einen kurz- bis mittelfristigen Bedarf an fachspezifischem Wissen. Dabei wird vor allem auf selbstständiges Lernen gesetzt. Unterstützung durch Weiterbildungsanbieter und der Besuch von standardisierten Kursen ist nur selten eine Option. Gründe dafür sind nicht nur die knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen, sondern auch die sehr individuellen Ansprüche der Kleinstunternehmen.

Auf Seiten der Weiterbildungsanbieter bestehen zwei Ansätze, die beide grosse Herausforderungen mit sich bringen. Einerseits kann der fachspezifische Bedarf durch kurze Angebote angesprochen werden. Dies funktioniert in Realität aber nur, wenn der Bedarf in einer Branche standardisiert abge­deckt werden kann und auch grössere Betriebe betrifft. Zum anderen können überbetriebliche Themen wie etwa Führung und Manage­ment angeboten werden, die Kleinstbetriebe über die Branchen hinweg ansprechen. Die Herausforderung hierbei liegt jedoch darin, dass nur wenige Kleinstbetriebe bei diesen Themen einen dringenden Bedarf verorten.

Der Open Space zur Weiterbildung in KMU am 29. Oktober bietet Ihnen die Möglichkeit mit Vertretern der Weiterbildung und dem Gewerbe den Fokus auf alle KMU zu erweitern und gemeinsam Ideen und Projekte zu erarbeiten!