Hauptinhalt

Neuer europäischer Kompetenzrahmen für transversale Kompetenzen

  • 18.08.2020

Informationen kritisch beurteilen, mit Veränderungen umgehen oder sich in andere Menschen einfühlen können: Transversale Kompetenzen gewinnen an Bedeutung. Der europäische Kompetenzrahmen LifeComp definiert solche Kompetenzen im Sinn von Schlüsselkompetenzen, die in allen Lebensbereichen benötigt werden.

Gemäss dem Kompetenzrahmen LifeComp umfassen die grundlegenden, für alle Lebensbereiche wichtigen Schlüsselkompetenzen drei Bereiche: Persönlichkeits-, Sozial- und Lernkompetenzen. Innerhalb dieser drei Bereiche beschreibt LifeComp Kompetenzen wie Selbstregulierung, Kommunikation oder «growth mindset» (Wachstumsdenken). Der Kompetenzrahmen basiert auf wissenschaftlichen Analysen und Expertenbefragungen. Berücksichtigt wurden nur Kompetenzen die gezielt erworben werden können.  

LifeComp ist als Ergänzung zum Dokument «Schlüsselkompetenzen für das Lebenslange Lernen» zu sehen. Der Kompetenzrahmen soll dazu beitragen, in Fachkreisen eine gemeinsame Sprache und ein geteiltes Verständnis der transversalen Persönlichkeits-, Sozial- und Lernkompetenzen zu entwickeln. Diese Schlüsselkompetenzen gelten als wichtige Voraussetzung für demokratische Entwicklungen und gesellschaftliche Teilhabe. Sie sind auch eine wichtige Basis für die Teilnahme an Weiterbildung. So spielen Kompetenzen wie etwa das Erkennen der eigenen Stärken oder die Fähigkeit, Unterstützung zu suchen und sich zu organisieren, in allen Lernprozessen eine wichtige Rolle.

Der Kompetenzrahmen LifeComp ist auch für die Schweiz relevant. Er kann insbesondere bei Bildungsangeboten und Förderprogrammen für Bevölkerungsgruppen mit erschwertem Zugang zum Lernen hilfreich sein. So haben beispielsweise Erwachsene mit geringen Grundkompetenzen häufig einen Förderbedarf bei transversalen, für den Alltag notwendigen Schlüsselkompetenzen, die über das Lesen und Schreiben, IKT oder Alltagsmathematik hinausgehen. Der Schweizer Orientierungsrahmen im Bereich Grundkompetenzen verzichtet dennoch darauf, transversale Kompetenzen zu beschreiben. Hier kann LifeComp ergänzend beigezogen werden, um den Förderbedarf besser erfassen und allenfalls ergänzende Massnahmen für transversale Schlüsselkompetenzen definieren zu können.

Europaweit soll der Kompetenzrahmen LifeComp zudem Kursleitende und Bildungspolitiker zur Diskussion darüber anregen, welche Kompetenzen für die gesellschaftliche Entwicklung heute und in Zukunft wichtig sind.