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Potenzial für Weiterbildungsfonds auf Branchenebene noch zu wenig genutzt

  • 22.11.2018

Weiterbildungsfonds auf Branchenebene gelten als erfolgversprechende Massnahmen zur Förderung von Weiterbildung auf Bundesebene. Die Voraussetzungen, solche zu schaffen, sind bereits vorhanden, wie der Bundesrat festhält.

In der Schweiz bestehen bereits die Voraussetzungen zur Förderung von Branchen-Weiterbildungsfonds. Daran erinnert der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Motion von Ständerat Beat Vonlanthen (CVP, FR) sowie neun Mitunterzeichnenden, die er zur Ablehnung empfiehlt.

In seiner Motion forderte Vonlanthen den Bundesrat auf, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, damit Weiterbildungsfonds auf Branchenebene gefördert werden können. Vonlanthen begründet seinen Vorstoss unter anderem damit, dass die Digitalisierung mit der Umstellung von Produktionsprozessen und Geschäftsmodellen für die Unternehmen bereits generell einen hohen Investitionsbedarf nach sich ziehe. Dadurch bestehe die Gefahr, dass tendenziell weniger Mittel für die Weiterbildung der Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.


In einer Studie hat das Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 2016 drei Instrumente zur Finanzierung von zusätzlichen Massnahmen im Bereich der Weiterbildung auf Bundesebene verglichen: Weiterbildungsfonds auf Branchenebene, Weiterbildungsgutscheine für Arbeitnehmende sowie Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Die Studie kam zum Schluss, dass Weiterbildungsfonds auf Branchenebene einen besonders erfolgsversprechenden Ansatz darstellen würden, da diese stark auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet seien.

Wie der Bundesrat in seiner Antwort schreibt, können Organisationen der Arbeitswelt auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes Berufsbildungsfonds schaffen und äufnen. Diese sollen der Förderung der Berufsbildung dienen, wozu auch die berufsorientierte Weiterbildung zähle. Die Fonds können auf Antrag der zuständigen Organisationen vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt werden. Wie der Bundesrat weiter schreibt, existierten zurzeit rund 30 allgemein verbindliche Berufsbildungsfonds. Auch könnten im Rahmen von Branchen- oder Firmen-Gesamtarbeitsverträgen (GAV) sozialpartnerschaftliche Fonds zu solidarischen Finanzierung der Weiterbildung geschaffen werden.

Insbesondere vor dem Hintergrund eines steigenden Weiterbildungsbedarfs aufgrund der Digitalisierung wären Weiterbildungsfonds auf Branchenebene wichtige Finanzierungsinstrumente. Auch wenn der Bundesrat die Motion Vonlanthens als bereits eingelöst darstellt, so ist das Potenzial von Weiterbildungsfonds aus Sicht des SVEB längst noch nicht ausgeschöpft. (RS)

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