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Social Media für Selbständige: Wie ein Laden mit vielen Eingängen

  • 22.02.2018

Kann man als selbständiger Erwachsenenbildner auf Social Media verzichten? Marc Böhler, freischaffender Kursleiter, hat eine überraschende Antwort parat.

Interview Ronald Schenkel

Marc Böhler, wie viele Facebook-Posts setzen Sie ab pro Woche.
Zwischen zehn und dreissig Posts. Aber eigentlich finde ich die Frage in diesem Zusammenhang irrelevant. Meine Facebook-Posts haben weniger mit mir als freischaffender Kursleiter zu tun als vielmehr mit meiner Freude, in diesem Medium aktiv zu sein.

Haben denn Facebook und andere Kanäle keine Bedeutung für Freischaffende?
Soziale Medien haben zwei Funktionen. Zum einen dienen sie dazu, Ideen zu veröffentlichen oder sich an Diskussionen zu beteiligen, zu zeigen, dass man kompetent ist. Zugegeben, das ist im Zusammenhang mit meiner Arbeit rund um Medienkompetenz auch nicht ganz unbedeutend. Zum andern aber schafft die Präsenz Erreichbarkeit. Das ist vielleicht der wichtigere Aspekt im Zusammenhang mit Akquise. Ich gebe dem Kunden eine zusätzliche Möglichkeit, mich anzusprechen.

Das Interview erschien in der Ausgabe der Fachzeitschrift "Education Permanente" vom März 2018. Weitere Themen im Magazin sind:

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Und das zahlt sich aus?
Aufgrund meiner Erfahrung nach sieben Jahren Selbständigkeit kann ich sagen, dass meine Webseite und Mund-zu-Mund-Propaganda deutlich wichtiger waren als meine Social-Media-Präsenz. Aber der Kunde ist König, und er soll mich über den Kanal ansprechen dürfen, der ihm am sympathischsten ist. Ich werde zwar nicht überhäuft mit Anfragen über Social-Media-Kanäle, aber es kommen doch immer wieder welche rein.

Und das gilt bei allen Kanälen?
Twitter funktioniert nicht so. Über Twitter hat mich auch noch nie eine Erstansprache erreicht. Dafür ist Twitter unglaublich nützlich, um sich über einen Fachbereich auf dem Laufenden zu halten. Für mich irrelevant sind auch Instagram und Pinterest. Anders sieht das für jemanden aus, der beispielsweise in einem gestalterischen Bereich tätig ist.

Es heisst, man solle seine Präsenz mit Bedacht gestalten. Kann man sich mit Social Media das Geschäft auch verderben?
Meistens wird man ja empfohlen. Wenn die Person einen dann kontaktieren will, muss sie natürlich auf «Social Media»-Profile treffen, die einigermassen vernünftig aussehen. Auf Linkedin und Xing sollte man sich bekanntlich professionell geben. Aber ein Bild auf Facebook, dass Sie mit Ihren Kindern beim Schlitteln zeigt, wird auch nicht matchentscheidend sein.

Was ist matchentscheidend?
Es gibt viele Leute, die zwar ein tolles Profil eingerichtet haben, den Kanal dann aber vergessen beziehungsweise es nicht einmal mitbekommen, wenn sie dort eine Direktnachricht bekommen. Das geht nicht. Stellen Sie sich vor, Sie besässen einen Laden, der ganz viele Eingänge besitzt, aber nur einer ist geöffnet. Sie verlieren so einfach potentielle Laufkundschaft.

Ginge es auch ganz ohne Social Media?
Wie gesagt: Social Media macht Sie präsenter und öffnet zusätzliche Kanäle. Sie können darauf verzichten oder nicht. Aber Social Media ist auch noch mehr als Facebook und Co. Zum Beispiel besitze ich eine MeetMe-Page auf Doodle. Dort können meine potentiellen Kunden einsehen, wann ich verfügbar bin. Das ist eine zusätzliche Dienstleistung und erhöht meine Transparenz. Darauf würde ich auf keinen Fall verzichten wollen.

Marc Böhler ist freischaffender Kursleiter spezialisiert auf neue Medien: www.mebimabo.com oder Facebook und natürlich auf Xing, Linkedin und Twitter.

Marc Böhler
Marc Böhler (Bild: Ronald Schenkel)

Education Permanente: Lernorte und Selbständigkeit

Das Interview erscheint in der Zeitschrift für Weiterbildung "Education Permanente" im Zusammenhang mit dem Thema Selbständigkeit als Erwachsenenbildnerin und Erwachsenenbildner. Weitere Themen des Magazins sind Lernorte: Was macht einen Ort überhaupt zum Lernort und worin liegt der nutzen von exotischen Lernorten wie etwa der Wüste?

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