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Zeit für das Beschreiten neuer Wege

  • 05.07.2017

Im Zentrum der Jahreskonferenz der European Association for the Educaction of Adults (EAEA) stand die Frage, wie die Weiterbildung neue Teilnehmer gewinnen könne. Noch immer ist eine grosse Gruppe von Menschen von der Teilnahme an Weiterbildung ausgeschlossen. Die Gründe dafür wurden an der EAEA-Tagung Ende Juni 2017 sichtbar.

Die Vorstellung, wonach allen Menschen Zugang zu Weiterbildung haben, ist weiterhin ein Ideal. Auch in der Schweiz bleiben einige Gruppen weiterhin von der Weiterbildung ausgeschlossen. Dies zeigt sich mit Blick auf die Weiterbildungsstatistik. In den letzten 20 Jahren hat sich das Beteiligungsmuster kaum verändert.

Wie in den 1990er Jahren sinkt auch 2017 die Weiterbildungsbeteiligung entsprechend dem Qualifikationsniveau, der beruflichen Stellung sowie dem Alter. Weitere Faktoren sind die Erwerbstätigkeit, ein allfälliger Migrationshintergrund und das Niveau der Grundkompetenzen. Das zentrale Thema der diesjährigen Konferenz der EAEA – die Gewinnung neuer Lernenden – ist denn auch für die Schweiz ein drängendes.

Die Tagung hat nicht zuletzt die Gründe zutage gefördert, weshalb die Bildungsmuster sich so darstellen und über Jahre hinweg unverändert bleiben. Verantwortlich sind vor allem finanzielle Barrieren, ungenügende Angebote und die Schwierigkeit, die Zielgruppen überhaupt zu erreichen. Innovative Modelle und neue Zugänge zu den Zielgruppen sind aber nur wenige auszumachen.

Andere Zugänge schaffen

Diese sind aber nötig, um eine Änderung herbeizuführen. Noch immer wird zu stark auf Strategien der Ansprache gesetzt, um die Zielgruppe für eine Kursteilnahme zu überzeugen. Dieser Weg führt nicht weiter. Vielmehr muss versucht werden, die Bildung in die Lebens- und Arbeitswelt der Zielgruppe zu bringen.

Für die Bildungsanbieter ist das mit mehr Aufwand verknüpft; für die öffentliche Hand bedeutet es höhere Kosten. Doch der Erfolg dürfte den Einsatz rechtfertigen.

Zudem wird zwar viel über das Potential der Digitalisierung gesprochen. Als Instrument zum Abbau von Zugangsbarrieren werden die Möglichkeiten der Digitalisierung aber bisher noch kaum genutzt.

Das Problem ist alt und bekannt. Es ist Zeit, neue Wege zu beschreiten.

Lernende Fide
Die Angebote müssen näher an die Lebens- und Arbeitsrealität der Zielgruppe herangeführt werden. (Bild: Jürg Waldmeier/SVEB)

Bernhard Grämiger in den EAEA-Vorstand gewählt

SVEB-Direktor Bernhard Grämiger ist in den Vorstand der European Association for the Education of Adults (EAEA) gewählt worden. Damit ist die Schweiz in einem weiteren europäischen Gremium vertreten. Die EAEA versteht sich als Stimme der non-formalen Bildung. Sie umfasst 141 Mitgliedsorganisationen aus 45 Ländern.