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Warum Menschen ihre Schreib- und Leseschwäche verstecken

Wir leben in einer von Technologie durchdrungenen Welt; Maschinen nehmen uns viele Arbeiten ab, Programme besetzen Schnittstellen der menschlichen Interaktion und Kommunikation. Interessanterweise mindert dies nicht die Bedeutung uralter Kulturleistungen wie Lesen und Schreiben. Im Gegenteil: Ihre Bedeutung hat zugenommen. Wer beispielsweise nicht spontan einen Facebook-Post kommentieren kann, weil er oder sie sich unsicher fühlt, verzichtet auf die Teilnahme an einem gesellschaftlichen Diskurs. Wer nicht in der Lage ist, eine Internetrecherche durchzuführen, eine E-Mail zu schreiben oder einen Bericht zu verfassen, wird es in einer Arbeitswelt, in der auch in einfachen Berufen vermehrt schriftlich und digital kommuniziert wird, schwer haben.

Doch das Beherrschen von Sprache und Schrift ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit, und selbst Menschen, bei denen man es aufgrund ihrer Position nicht erwarten würde, weisen mitunter deutliche Schwächen bei diesen Grundkompetenzen auf.

Betroffen sind auch Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen sind und die normale Schulbildung durchlaufen haben. Die Gründe, weshalb sie nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben, sind vielfältig und oft liegt nicht nur eine Ursache vor.

Der Sprachwissenschafter und Leiter der Kompetenzzentrums für Illettrismus und Grundbildung an der Volkshochschule beider Basel, Nicolas Füzesi, schreibt auf seiner Webseite, das jeder zweite Bewohner der Schweiz von der Schwäche betroffen sei.

Wie Menschen mit ihrer Schreib- und Lese-Schwäche umgehen, welche Strategien sie anwenden, um sie zu verstecken, aber auch die Gründe, weshalb sie sich ihr schliesslich stellen, zeigt ein Radio-Podcast von SRF eindrücklich auf.