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Weiterbildung auf der grossen Bühne

Internationale Bildungsagenden helfen dabei, den weltweiten Austausch voranzutreiben, und bezwecken, dass das lebenslange Lernen und die Bildung von Erwachsenen in nationale Bildungssysteme und Gesetzgebungen aufgenommen werden. Von besonderer Bedeutung für die Schweiz sind der Belém-Aktionsrahmen, die Bildungsagenda 2030 und die UNESCO-Empfehlung zur Weiterbildung.

CONFINTEA

Die UNESCO-Weltkonferenz über Weiterbildung CONFINTEA (Conférence Internationale sur l’Education des Adultes) ist für die weltweite Entwicklung des lebenslangen Lernens von herausragender Bedeutung. Seit der ersten Konferenz 1949 wurden fünf weitere Konferenzen im Abstand von jeweils 12 Jahren veranstaltet. 2009 verabschiedeten 144 Staaten in der CONFINTEA VI ein politisches Abschlussdokument, den Belém-Aktionsrahmen. Dieser legt den Fokus auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung und definiert dafür Grundsätze und Zielsetzungen. Die Schweiz hat den Belém-Aktionsrahmen unterzeichnet und verpflichtet sich somit, die definierten Zielsetzungen umzusetzen (Die Details dazu finden sie im Bericht des SVEB zur Umsetzung in der Schweiz). Zuständig dafür ist die Schweizerische UNESCO-Kommission, angesiedelt beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA.

Die Unterzeichnerstaaten verpflichten sich, die Umsetzung der Belém-Zielsetzungen in ihrem Land zu beobachten. Dieses Monitoring wird regelmässig in den GRALE-Berichten (Global Report on Adult Learning and Education) veröffentlicht.

Neben dem Belém-Aktionsrahmen wurde an der CONFINTEA VI auch die UNESCO-Empfehlung zur Weiterbildung beschlossen. Darin enthalten sind nicht-bindende Prinzipien zur Weiterentwicklung der nationalen Gesetzesgrundlagen der UNESCO-Mitglieder. Im Rahmen der GRALE-Berichte führt das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen (UIL) regelmässige Beobachtungen zur Umsetzung durch.

Bedeutung und Potential für die Schweiz:
Die CONFINTEA, der Belém-Aktionsrahmen und die UNESCO-Empfehlungen schaffen eine internationale Vergleichbarkeit und erlauben die Reflexion über die eigene Praxis in der Förderung der Weiterbildung. Wirkungsvollen Ansätze anderer Staaten können für den Schweizer Kontext adaptiert werden. Das Monitoring und das Erfassen von quantitativen und qualitativen Daten zur Weiterbildung in der Schweiz liefern relevante Informationen für politische Entscheide.


Bildungsagenda 2030

Mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) hat die Welt für den Zeitraum von 2015
 bis 2030 eine ehrgeizige universelle Bildungsagenda vereinbart, die in SDG 4 verankert ist. Dieses Ziel 4 und seine Unterziele werden als Bildungsagenda 2030 bezeichnet. Der Fokus liegt auf dem Zugang zu Bildung, auf Inklusion und Chancengerechtigkeit sowie auf Qualität und Lernergebnisse auf allen Ebenen und vor einem Ansatz des lebenslangen Lernens bis 2030.

Zur Umsetzung der Bildungsagenda 2030 dient ein Aktionsrahmen. Dieser zeigt auf, wie die am Weltbildungsforum 2015 in Incheon eingegangenen Verpflichtungen auf nationaler sowie auf regionaler und globaler Ebene in die Praxis umgesetzt werden können.

Bedeutung und Potential für die Schweiz:
Zur Umsetzung der Agenda 2030 hat der Bundesrat die Strategie Nachhaltige Entwicklung (SNE) 2016–2019 verabschiedet. Die SNE dient als Steuerungsinstrument sowohl in der Innen- als auch in der Aussenpolitik. Die Schweiz erstattet der UNO regelmässig Bericht zur Umsetzung der Agenda 2030. Für die Schweiz schafft die Umsetzung Potentiale für die Verbesserung der Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und der Zivilgesellschaft.