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Mikrozensus Aus- und Weiterbildung

Bildung findet nicht nur innerhalb des formalen Bildungssystems statt. Auch Weiterbildungsaktivitäten wie der Besuch von Kursen, Seminaren, Workshops, Privatunterricht sowie selbstständiges Lernen sind prominente Lernformen der heutigen Wissensgesellschaft.

Das Bundesamt für Statistik erhebt Daten zum Weiterbildungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung und fasst diese im «Mikrozensus Aus- und Weiterbildung» zusammen. Dabei wird die Gesamtheit der unterschiedlichen Lernformen erfasst, so wird beispielsweise nicht nur nach tatsächlich besuchten Kursen gefragt, sondern auch nach der Motivation, nach Hinderungsgründen, der Zufriedenheit oder nach Finanzierungsformen. Die Ergebnisse beruhen auf  telefonischen Befragungen bei einer repräsentativen Stichprobe, die rund 10'000 Personen umfasst. Sie werden seit 2011 alle fünf Jahre durchgeführt. Die Zahlen aus den Erhebungen 2016 werden im Herbst dieses Jahres publiziert.

Ausgewählte Ergebnisse aus dem Mikrozensus

Alle Zahlen beziehen sich auf die Weiterbildungsaktivität der Schweizer Wohnbevölkerung im Alter zwischen 25 und 64 Jahren innerhalb eines Jahres. Zur nonformalen Bildung gehören Kurse, Seminare, Vorträge, Konferenzen, Kongresse, Workshops oder Privatunterricht. Als informelles Lernen werden selbstständige Lernaktivitäten bezeichnet, die ausserhalb einer Lehr-Lern-Beziehung stattfinden.

  • Weiterbildungsquote insgesamt: 77% der ständigen Wohnbevölkerung absolvieren innerhalb eines Jahres eine Weiterbildung. Davon bilden sich 63% nonformal weiter, 50% informell (darin enthalten sind 36%, die sich sowohl nonformal als auch informell weiterbilden).
  • Weiterbildungsquote: 68% der Erwerbstätigen nehmen innerhalb eines Jahres an mindestens einer nicht formalen Bildungsform teil.
  • Typ und Zweck nicht formaler Weiterbildung (beruflich und allgemein): 43% der Teilnehmenden besuchten Kurse (beruflich motiviert 30%), 31% Kurzweiterbildungen, 20% Weiterbildungen am Arbeitsplatz und 8% der Teilnehmenden besuchten Privatkurse.
  • Intensität der Teilnahme: Teilnehmende bilden sich pro Jahr durchschnittlich 39 Stunden weiter. Am aktivsten sind mit 44 Stunden pro Jahr die Teilzeitangestellten mit Pensen zwischen 50% und 90%.
  • Weiterbildungsthemen: Die beliebtesten Themen sind Informatik, persönliche Entwicklung und Gesundheit mit je 13% der Kursteilnahmen, gefolgt von Kader-, Wissenschafts- und Sprachkursen mit je knapp 10%.
  • Aus- und Weiterbildungshindernisse: Am häufigsten genannt wird: keine Zeit (50%), ungünstige Kurszeiten (36%), familiäre Belastung (31%), zu hohe Kosten (29%), kein passendes Angebot (20%), nicht mehr so lernen wie in der Schule (18%), fehlende Unterstützung durch den Arbeitgeber (18%), Gesundheit/Alter (17%), Weg zu weit (14%), fehlende Unterstützung vom Staat (13%), Teilnahmebedingungen (7%), Kurs ausgebucht (6%) und kein Computer (4%).
  • Finanzierung durch Arbeitgeber: Erwerbstätige, die eine beruflich orientierte Weiterbildung besucht haben, werden zu 93% vom Arbeitgeber zeitlich und/oder finanziell unterstützt. Tiefqualifizierte Erwerbstätige werden zu 28% vom Arbeitsgeber unterstützt, demgegenüber werden Personen mit Hochschulabschluss mit 70% mehr als doppelt so oft unterstützt.