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Weiterbildung auf der internationalen Bühne

  • 13.08.2019

Die Bildungspolitik ist Hoheitsgebiet einzelner Staaten. Dennoch gibt es auch auf dem Gebiet der Weiterbildung internationale Abkommen und Ziele. Wie diese Zusammenarbeit funktioniert und was sie bewirken kann, erfahren Sie hier.

von Martina Fleischli

Viele Länder stehen beim Thema Weiterbildung vor ähnlichen Herausforderungen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Validierung von Kompetenzen. Greift diese in einem Land zu kurz, können arbeitsmarktrelevante Kompetenzen unsichtbar und ungenutzt bleiben. Der internationale Austausch kann dazu führen, dass gemeinsam Lösungen gefunden und Erfahrungen ausgetauscht werden. Und er kann einen Ansporn geben, das Problem anzugehen. So wurde im Belém-Aktionsrahmen als entsprechendes Ziel gesetzt, Instrumente zur Validierung von Kompetenzen auszubauen. Mit der Unterzeichnung dieses Dokuments wird aus dem internationalen Ziel auch eine nationale Verpflichtung.

CONFINTEA – Weltkonferenz über Weiterbildung

Auch die Schweiz hat den Belém-Aktionsrahmen unterzeichnet und verpflichtet sich somit, die definierten Zielsetzungen umzusetzen. Zuständig dafür ist die Schweizerische UNESCO-Kommission, angesiedelt beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA.

Der Belém-Aktionsrahmen ist ein Resultat der UNESCO-Weltkonferenz über Weiterbildung CONFINTEA (Conférence Internationale sur l’Education des Adultes). Diese ist für die weltweite Entwicklung des lebenslangen Lernens von grosser Bedeutung. Seit 1949 wurden ca. alle 12 Jahre Konferenzen veranstaltet. 2009 verabschiedeten 144 Staaten in der CONFINTEA VI in Belém ein politisches Abschlussdokument – den genannten Aktionsrahmen – der neben Grundsätzen auch Ziele festlegt, die bis zur nächsten Konferenz erreicht werden sollen. An der Halbzeit-Konferenz 2017 in Südkorea wurde die Zielerreichung kritisch betrachtet. Der SVEB veröffentlichte dazu einen Bericht zur Schweizer Umsetzung der Belém-Ziele. Kürzlich ist ein Bericht der UNESCO zu den wichtigen Debatten der Halbzeit-Konferenz in Südkorea erschienen.

Daten und Monitoring für eine evidenzbasierte Politik

Der internationale Austausch ermöglicht nicht nur den Austausch für zukünftige Lösungen, er vergrössert auch die Datenlage zu aktuellen Praktiken. Zu diesem Zweck werden regelmässig Fortschrittsberichte im CONFINTEA-Prozess erstellt, kürzlich erschienen ist der Bericht zur Bestandsaufnahme im Hinblick auf den Belém-Aktionsrahmen (CONFINTEA Mid-Term Rieview – Towards CONFINTEA VII). Gemäss diesem Bericht melden 60 Prozent der beteiligten Länder eine erhöhte Weiterbildungsteilnahme.

Ein wichtiges Monitoring-Instrument ist auch der Global Report on Adult Learning and Education (GRALE), der dieses Jahr zum Thema Weiterbildungsbeteiligung veröffentlicht wird. Positiv aufgefallen ist der letzte Bericht (GRALE 3), der sich den Auswirkungen von Weiterbildung auf Gesundheit, Beschäftigung und soziale Teilhabe widmete.  

Wirkungsvolle Ansätze transferieren

Schliesslich ermöglicht der Blick in die Weiterbildungslandschaften anderer Länder, wirkungsvolle Ansätze kennenzulernen und das eigene System dementsprechend weiterzuentwickeln. Ein Beispiel dafür sind staatliche Programme zur Förderung gesellschaftlicher und politischer Teilhabe (active citizenship), die zu bedeutenden Spill-Overs in der Gesellschaft führen, wie einer verbesserten Gesundheit oder einem erhöhten sozialen Zusammenhalt, wie der GRALE 3 aufzeigt (Kapitel 4). Als Beispiele werden dort die schwedischen Lernzirkel oder das kongolesische Projekt VOICE genannt. Die Weiterbildung hat in diesen Programmen zu verbesserten Kompetenzen und einem erhöhten Willen beigetragen, sich aktiv in der Gesellschaft zu beteiligen.

 

Dokumente:

Bericht zur Schweizer Umsetzung der Belém Ziele

CONFINTEA Mid-Term Rieview – Towards CONFINTEA VII