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Eidgenössischer Fachausweis Ausbilder/in

Mit dem eidgenössischen Fachausweis sind Sie spezialisierte Fachperson in der betrieblichen oder ausserbetrieblichen Erwachsenenbildung.

Zielgruppe

Geeignet ist die Ausbildung für Fachleute, die sich im Bildungsbereich innerhalb einer Bildungsinstitution oder in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung spezialisieren wollen.

Handlungskompetenz

Sie erlangen die Fähigkeit, in Ihrem Fachbereich autonom Lernveranstaltungen und Konzepte für Bildungsveranstaltungen für Erwachsene zu entwickeln, durchzuführen und auszuwerten.



Voraussetzungen

Vorausgesetzt wird die Fachkompetenz im eigenen Fachbereich. Erste Erfahrungen im Begleiten von Erwachsenen (Lernenden/Studierenden/Mitarbeitenden) begünstigen den Lernerfolg. Es wird dringend empfohlen, spätestens parallel zum Besuch der Ausbildung eigene Praxis- oder Lernbegleitungen durchzuführen.

Anforderungen

Der Eidg. Fachausweis Ausbilder/in besteht aus fünf Modulen im AdA-Baukasten (Modul AdA FA-M1 bis FA-M5) und einem Praxisnachweis. Damit Sie den Fachausweis beantragen können, müssen Sie die fünf Modulzertifikate sowie den Praxisnachweis für eine Zentrale Überprüfung beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB einreichen. Die Zentrale Überprüfung der in den Modulkursen abgelegten Kompetenznachweise im AdA-System ersetzt die abschliessende Berufsprüfung.

AdA-Baukastensystem

Modulzertifikate AdA FA-M1 bis FA-M5

 

SVEB-Zertifikat Kursleiterin/Kursleiter

Das Modul AdA FA-M1 entspricht dem SVEB-Zertifikat Kursleiter/in.

Das Zertifikat ist die grundlegende Qualifikation für den Eidg. Fachausweis Ausbilder/in im AdA-Baukasten. Um das SVEB-Zertifikat Kursleiter/in zu erhalten, müssen Sie das Modul AdA FA-M1 besuchen sowie einen Praxisnachweis erbringen.
Kompetenznachweis: Dokumentiere Praxis-Demonstration

Modul AdA FA-M2

Gruppenprozesse in Lernveranstaltungen begleiten.

36 Stunden Präsenzzeit, davon mindestens 4 Tage / max. 30 Stunden in Form eines Blockkurses; 80 Stunden selbständige Lernzeit.
Kompetenznachweis: Schriftliche Fallanalyse

Modul AdA FA-M3

Individuelle Lernprozesse unterstützen.

4 Tage (26 Stunden) Präsenzzeit; 55 Stunden selbständige Lernzeit
.
Kompetenznachweis: Schriftliche Dokumentation und Auswertung eines Einzelgesprächs

Modul AdA FA-M4

Bildungsangebote für Erwachsene konzipieren.

6 Tage (39 Stunden) Präsenzzeit; 90 Stunden selbständige Lernzeit.
Kompetenznachweis: Schriftliches Konzept für ein Bildungsangebot

Modul AdA FA-M5

Lernveranstaltungen für Erwachsene didaktisch gestalten.

6 Tage (39 Stunden) Präsenzzeit; plus 1 Stunde Praxisbeobachtung und 1 Stunde Auswertungsgespräch; 90 Stunden selbständige Lernzeit
Kompetenznachweis: Planung, Durchführung und Reflexion einer Ausbildungssequenz

Im Rahmen des FA-Moduls 4 oder 5 muss zudem eine Gruppen-Supervision (16 Stunden, verteilt auf mindestens fünf Termine) besucht werden.



Praxisnachweis

Um den Fachausweis beantragen zu können, müssen mindestens 4 Jahre Praxiserfahrung im Umfang von mindestens 300 Stunden nachgewiesen werden. Davon dürfen maximal ein Drittel Einzel- oder Zweierunterricht sein.

Modulzertifikate erlangen

Um die Modulzertifikate zu erlangen, stehen den KandidatInnen zwei Möglichkeiten offen:

  1. Absolvierung der Modulkurse bei einer anerkannten Anbieterinstitution
    Anerkannte Angebote
  2. Einreichung eines Antrags auf Gleichwertigkeitsbeurteilung
    Gleichwertigkeitsbeurteilung

Gültigkeit der Modulzertifikate: Die Zertifikate der FA-Module 2-5 sind ab deren Ausstellungsdaten fünf Jahre gültig, um den Fachausweis beantragen zu können. Entscheidend ist hierbei das Eingangs-Datum des vollständigen Zulassungsdossiers beim SVEB.

Im Gegensatz zu den FA-Modulen 2-5 ist das SVEB-Zertifikat für Kursleitende zeitlich unbeschränkt gültig.
SVEB-Zertifikat Kursleiter/in

Um ein überaltertes FA-Modulzertifikat wieder zu aktivieren, muss für jedes betroffene FA-Modul 2-5 eine Erleichterte Gleichwertigkeitsbeurteilung eGWB positiv durchlaufen werden. Bitte reichen Sie uns in jedem Fall zuerst Ihr Zulassungsdossier mit den Kopien Ihrer fünf FA-Modulzertifikate ein.

Antrag auf den Fachausweis stellen

Wenn Sie Sie über die notwenidgen Modulzertifikate verfügen und den Praxisnachweis erfüllt haben, können Sie beim Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB den Fachausweis beantragen.

Ablauf

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sieht für den Antrag auf den Fachausweis zwingend einen 2-stufigen Prozess vor:

ZulassungsdossierFür den Antrag auf den Fachausweis müssen Sie in einem ersten Schritt ein Zulassungsdossier zusammenstellen. Das Antragsformular listet alle Dokumente auf, welche eingereicht werden müssen. Bitte reichen Sie das Zulassungsdossier erst ein, wenn Sie über alle notwendigen Unterlagen verfügen.
Der Eingang Ihrer Unterlagen wird Ihnen schriftlich bestätigt.
QualifikationsdossierIn einem zweiten Schritt müssen Sie ein individuelles Qualifikationsdossier zusammenstellen. Mit dem Zulassungsentscheid der QSK erhalten Sie eine Liste derjenigen FA-Module, für die Sie weitere Unterlagen einreichen müssen. Das Qualifikationsdossier muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Zulassungsentscheid eingereicht werden. Nach Ablauf dieser Frist verfällt die Zulassung.

Inhalt des Qualifikationsdossiers: Für jedes FA-Modul 2-5, deren Modulzertifikat ab 2015 datiert ist*, müssen Sie den jeweiligen Kompetenznachweis sowie die Beurteilung des Kompetenznachweises durch die Moduldozentin/den Moduldozenten unterzeichnen und einreichen lassen.

*Ausnahme: Modulzertifikate, die Sie via Gleichwertigkeitsbeurteilung GWB erhalten haben

Berufsprüfung Ausbilder/in mit eidg. Fachausweis: Als einzige eidgenössische Berufsprüfung in der Schweiz müssen die KandidatInnen beim Antrag auf den Fachausweis keine schriftliche Prüfung ablegen. Anstelle einer abschliessenden Berufsprüfung findet eine Zentrale Überprüfung der in den Modulkursen abgelegten Kompetenznachweise statt. Die im Qualifikationsdossier eingereichten Kompetenznachweise sowie die dazugehörigen Beurteilungen der Dozierenden der Module werden durch vom SVEB mandatierte Expertinnen und Experten zweitbeurteilt.

Beurteilung

Die Kommission für Qualitätssicherung (QSK) fällt zuerst den Zulassungsentscheid aufgrund Ihres Zulassungsdossiers. Die QSK-Sitzungen mit einer Vertretung des SBFI finden mindestens dreimal jährlich statt. Die aktuellen Daten finden Sie in der Agenda rechts.

Die QSK entscheidet über das Bestehen oder Nicht-Bestehen der Zentralen Überprüfung auf der Basis der Anträge der Prüfungsleiterin/des Prüfungsleiters und aufgrund der Zweit-Beurteilungen durch die ExpertInnen. Der eidg. Fachausweis wird vom SBFI auf Antrag der QSK in der Regel innerhalb von drei Monaten nach der QSK-Sitzung ausgestellt.

Kosten

Mit dem Einreichen des Zulassungsdossiers erhalten Sie eine Rechnung für die Zulassungsgebühr, die vor der Sitzung der QSK beglichen werden muss.

Mit der Zulassungsbestätigung erhalten Sie eine weitere Rechnung für die Gebühr zur Zentralen Überprüfung sowie die Ausfertigung und Registrierung des Fachausweises durch das SBFI. Das Qualifikationsdossier wird erst nach Begleichung der Rechnung vom Experten/von der Expertin überprüft.