Strukturdaten zum Schweizer Weiterbildungsmarkt
Das Bundesamt für Statistik führt periodisch repräsentative Erhebungen zur Weiterbildungstätigkeit der Bevölkerung und der Unternehmen in der Schweiz durch. Die Seite der Weiterbildungsanbieter wird jedoch vom Bund nicht statistisch erfasst. Um diese Lücke zu füllen, führt der SVEB im Rahmen der Anbieterumfrage jährlich eine Befragung der in der Schweiz aktiven Weiterbildungsanbieter durch.
Strukturdaten der Anbieter 2025
Die jährliche Online-Umfrage des SVEB bei Weiterbildungsanbietern bildet die Datengrundlage für den SVEB-Branchenmonitor. Angeschrieben werden jeweils alle Weiterbildungsanbieter in der Schweiz, die der SVEB in seiner Datenbank erfasst hat. Im Jahr 2025 wurde die Befragung an 2672 Adressen versandt, was einer Mehrheit aller Weiterbildungsanbieter in der Schweiz entsprechen dürfte. Allerdings handelt es sich nicht um eine repräsentative Befragung, da weder die Grundgesamtheit bekannt ist, noch die Stichprobe zufällig gezogen wird. Dennoch lassen die Strukturdaten einen Blick auf die Anbieter in der Schweiz und ihre Merkmale zu. Der Rücklauf liegt bei 23 % (615 Beobachtungen), die bereinigte Datengrundlage für den Branchenmonitor 2025 besteht aus 355 Beobachtungen.
Hauptzweck und Hauptbereich
Für die Mehrheit (65%) der befragten Anbieter ist die Weiterbildung der Hauptzweck ihrer Organisation. Mehr als ein Drittel (35%) der untersuchten Stichprobe bietet Weiterbildungen als Nebenzweck der Organisation an.

Der Grossteil der befragten Anbieter ist primär im Bereich der betrieblichen/berufsspezifische Weiterbildung tätig (55%). 26% der Anbieter bieten Weiterbildungen vor allem im Bereich Grundkompetenzen an. 19% geben an, dass ihr Schwerpunkt in der allgemeinen Weiterbildung, welche die Bereiche Sprachen, Gesundheit, Freizeit und Kultur umfasst, liegt.

Trägerschaft der Anbieter
Der grösste Anteil der befragten Anbieter sind privat-kommerzielle Anbieter (41%). Darauf folgen privat-gemeinnützige Anbieter (29%), 18% geben eine öffentliche Trägerschaft an. Die restlichen 12% geben eine «andere» Trägerschaftsform an, wobei die Erläuterungen unter dieser Antwort zeigen, dass auch diese 12% unter die Kategorie privat oder öffentlich fallen.

Sprachregionale Verteilung
Die Verteilung der Anbieter nach ihrer sprachregionalen Verteilung zeigt, dass die Mehrheit der befragten Anbieter, ausschliesslich in der Deutschschweiz (43%) tätig sind. 34% der befragten Anbieter sind ausschliesslich in der französischsprachigen Schweiz tätig. In der italienischsprachigen Schweiz sind 3% der befragten Anbieter tätig. Fast ein Fünftel der Anbieter sind allerdings in mindestens zwei unterschiedlichen Sprachregionen, also überregional, tätig sind (19%).

Berechnete Unternehmensgrösse
Die Einteilung der Anbieter nach ihrer Grösse wird aus ihren Angaben zu den Mitarbeitenden (Vollzeitäquivalenz), den erteilten Kursstunden und den Belegungen (Teilnehmenden) des letzten Jahres ermittelt. Die Kombination dieser Indikatoren ergibt die hier verwendete Anbietergrösse. Die Stichprobe umfasst hauptsächlich kleine (43%) und mittelgrosse Anbieter (45%). Als grosse Anbieter können 12% der befragten Weiterbildungsinstitutionen eingestuft werden.
Die einzelnen Indikatoren zeigen, dass 51% der Anbieter bis zu zehn Festangestellte (Vollzeitäquivalente), 22% elf bis fünfzig Festangestellte und 8% zwischen 51 und 250 Festangestellte beschäftigen, und somit zu der Kategorie kleine oder mittlere Unternehmen/Organisationen gehören. Etwa 12% der befragten Anbieter beschäftigen über 250 Festangestellte. 6% der befragten Anbieter gibt an, keine Festangestellten zu haben.
Die Anbieter arbeiten neben Festangestellten auch mit Mandatierten und Ehrenamtlichen: 62% der Anbieter haben mindestens eine mandatierte Person, 45% mindestens eine ehrenamtlich tätige Person. Im Median gaben die befragten Anbieter im Jahr 2025 1700 Kursstunden und hatten 400 Kursteilnehmende.

Weitere Daten zum Weiterbildungsmarkt
- Gesamtheit der Weiterbildungsanbieter: Eine Expertenschätzung von 2014 bezifferte die Anzahl Weiterbildungsanbieter insgesamt für die Schweiz auf ca. 3000 Institutionen (Schläfli/Sgier (2014): Weiterbildung in der Schweiz).
- Umsatz: Der im Weiterbildungsmarkt erwirtschaftete Umsatz betrug gemäss einer Schätzung im Jahr 2007 ca. 5,3 Milliarden Schweizer Franken (Wolter/Messer 2009).
Weitere Informationen zur Weiterbildungsbranche finden Sie im SVEB-Branchenmonitor.
Kontakt
Stv. Direktorin, Leiterin Forschung, Entwicklung und Innovation
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