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Strukturdaten zum Schweizer Weiterbildungsmarkt

Das Bundesamt für Statistik führt alle fünf Jahre repräsentative Erhebungen zur Weiterbildungstätigkeit der Bevölkerung und der Unternehmen in der Schweiz durch. Die Seite der Weiterbildungsanbieter wird jedoch vom Bund nicht statistisch erfasst. Um diese Lücke zu füllen, führen der SVEB und die PH Zürich im Rahmen der Weiterbildungsstudie jährlich eine Befragung der in der Schweiz aktiven Weiterbildungsanbieter durch.

 

Strukturdaten 2019

Die Daten der Weiterbildungsstudie beziehen sich auf die jährliche Umfrage, die an über 2'000 Weiterbildungsanbieter verschickt wird. 2019 betrug die Rücklaufquote 18%. Auf Grund dieser Datenlage und da die zufällige Auswahl dieses Samples nicht vollständig garantiert werden kann, sind die Ergebnisse nicht als repräsentative Erhebung den BFS Zahlen gleich zu setzen. Dennoch lassen diese Strukturdaten einen genaueren Blick auf die Anbieter in der Schweiz und ihre Verteilung nach Regionen, Trägerschaft und Grösse zu.

Sprachregionen

Die Verteilung der Anbieter nach ihrem Tätigkeitsgebiet zeigt, dass fast 20% der Institutionen in mindestens zwei unterschiedlichen Sprachregionen operieren. Knapp die Hälfte von ihnen sind  gesamtschweizerisch im Einsatz, die meisten anderen sind in der Deutschweiz und der Romandie vertreten.

Die Mehrheit der Schweizer Weiterbildungsanbieter, die teilgenommen haben, agieren ausschliesslich in der Deutschschweiz. Auf die italienische Schweiz konzentrieren sich nur 2% der Anbieter. Zusammen mit den überregional tätigen Institutionen im Tessin entspricht das Sample aber proportional dem erwarteten Wert.

Trägerschaft

Über 80% der Anbieter sind privatwirtschaftliche Unternehmen. Mit 58% sind darunter die kommerziellen Anbieter am stärksten vertreten, gefolgt von gemeinnützigen privaten Anbietern.

Bei den öffentlichen Anbietern, die 17% ausmachen, sind vor allem Berufsfachschulen und an zweiter Stelle Hochschulen tonangebend.

Anbietergrösse

Die Einteilung der Anbieter nach ihrer Grösse wird aus Daten zu den Mitarbeitenden, der erteilten Kursstunden und den Belegungen des letzten Jahres ermittelt. Die Kombination dieser drei Indikatoren ergibt ein Gesamtbild, in welchem vor allem kleine und mittlere Anbieter dominieren. Als grosse Anbieter können nur knapp 8% der Schweizer Weiterbildungsinstitutionen eingestuft werden.

Die einzelnen Indikatoren zeigen, dass 42% der Anbieter weniger als 10 Mitarbeitende und weitere 34% weniger als 50 beschäftigen. Weitere 17% beschäftigen zwischen 50 und 250 Mitarbeitende. Über der Grenze eines KMU liegen nur 6% der Institutionen. Bei den Kursstunden und Belegungen sind die Verteilungen breiter gestreut. Die Kursstunden messen den Gesamtaufwand im Lehrbetrieb in erteilten Stunden. Die Belegungen zeigen, wieviele Personen Angebote bei einem Anbieter gebucht haben.

Weitere Daten zum Weiterbildungsmarkt

  • Gesamtheit der Weiterbildungsanbieter: Eine Expertenschätzung von 2014 bezifferte die Anzahl an Weiterbildungsanbieter insgesamt für die Schweiz auf ca. 3'000 Institutionen (Schläfli/Sgier (2014): Weiterbildung in der Schweiz).
  • Umsatz: Der im Weiterbildungsmarkt erwirtschaftete Umsatz betrug gemäss einer Schätzung im Jahr 2007 ca. 5,3 Milliarden Schweizer Franken.
  • Personal: Die Anbieter beschäftigen rund 60'000 Kursleitende. Davon haben über 40'000 eine didaktische Ausbildung auf Stufe des SVEB-Zertifikats und mehr als 10'000 zusätzlich einen Fachausweis Ausbilder/in. Wie viele Personen andere, nonformale methodisch-didaktische Abschlüsse (z.B. CAS) haben, ist nicht bekannt. In vielen Bereichen kommen auch Freiwillige zum Einsatz, genaue Zahlen dazu fehlen aber.
  • Qualitätslabel: Ca. 1'000 Anbieter in der Schweiz besitzen ein eduQua-Zertifikat. Die Liste der zertifizierten Anbieter finden Sie hier.