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Weiterbildungsbeteiligung der Schweizer Bevölkerung

Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt seit 2011 alle fünf Jahre Daten zum Weiterbildungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung und fasst diese im «Mikrozensus Aus- und Weiterbildung» (MZB) zusammen. Die aktuellsten Daten stammen aus dem Jahr 2021. Die Ergebnisse beruhen auf telefonischen Befragungen bei einer repräsentativen Stichprobe, die rund 10'000 Personen umfasst. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

Beteiligungsquoten

Die folgenden Grafiken beziehen sich auf die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz im Alter von 15 bis 75 Jahren. Als Datenquelle dienen die BFS Erhebungen von 2016, 2011 und 2021. Als Weiterbildungsaktivität wird dabei ausschliesslich die nichtformale Bildung definiert, Formen des informellen Lernens sind nicht erfasst.

Entwicklung der Weiterbildungsbeteiligung

Im Jahr 2021 gaben rund 45% der ständigen Wohnbevölkerung von 25 bis 74 Jahren an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate an mindestens einer Weiterbildungsaktivität teilgenommen zu haben. Die Teilnahmequote ist deutlich tiefer als 2016. Dies hat zu einem grossen Teil damit zu tun, dass im Referenzzeitraum der Unterricht vor Ort auf Grund der Covid-19-Pandemie während längeren Perioden pandemiebedingt nicht möglich war.

Aufgrund von Änderungen im Erhebungsdesign, die sich ebenfalls auf die Quote ausgewirkt haben könnten, sind die Resultate der Jahre 2016 und 2021 allerdings nur bedingt vergleichbar.

Weiterbildungsbeteiligung nach Altersgruppen

Die Alterskategorie der 25- bis 44-Jährigen nimmt am häufigsten an Weiterbildungen teil. Die Quote sinkt mit steigendem Alter. Der grösste Schritt ist nach dem Pensionsalter bei der Kategorie der 65- bis 75-Jährigen festzustellen. In dieser Gruppe sind nur noch 18,6% weiterbildungsaktiv.

Weiterbildungsbeteiligung nach Bildungsniveau

Die Beteiligung an einer Weiterbildung hängt mit der Ausbildung der Personen zusammen. Der Prozentsatz derjenigen, die mindestens eine Weiterbildung im Jahr 2021 besucht haben, vervierfacht sich zwischen der Gruppe mit obligatorischem Schulabschluss und den Personen, die einen Tertiärabschluss haben, von rund 16% auf 64%.

Weiterbildungsbeteiligung nach Arbeitsmarktstatus

Die Einbindung in den Arbeitsmarkt hat einen starken Einfluss auf die Weiterbildungstätigkeit von Personen. 2021 haben 53,6% der Erwerbstätigen eine Weiterbildung besucht. Der Wert liegt klar über dem Durchschnitt. So haben 42,3% der Erwerbslose, sowie 17,9% der Nichterwerbspersonen Weiterbildungen besucht. 

Art und Zweck der Weiterbildung

Die Beteiligung an der Weiterbildung lässt sich nach Intensität (Dauer und Anzahl besuchter Weiterbildungsaktivitäten) sowie nach Grund und Themenbereich unterscheiden. Die folgenden Grafiken basieren auf denselben Erhebungen des BFS von 2021. Die Daten zur Dauer und Anzahl besuchter Weiterbildungen beziehen sich jeweils nur auf den weiterbildungsaktiven Teil der Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren. Die Prozentzahlen der Themenbereiche beziehen sich auf alle besuchten Weiterbildungsaktivitäten die von dieser Gruppe besucht wurden.

Grund für die Weiterbildungsbeteiligung

Der Grund für die Teilnahme an einer Weiterbildung kann beruflich oder ausserberuflich sein. Von den 45% der Schweizer Bevölkerung, die weiterbildungsaktiv sind, bilden sich zwei Drittel aus rein beruflichen Gründen weiter. Ein Viertel der weiterbildungsaktiven Bevölkerung besucht sowohl beruflich als auch ausserberuflich motivierte Aktivitäten. Bei Männern ist der Anteil, der ausschliesslich aus beruflicher Motivation Weiterbildungen besucht, höher als bei den Frauen. Frauen bilden sich dafür im Vergleich vermehrt ausserberuflich oder aus beiden Gründen weiter. Die Differenz wird zum Teil durch die unterschiedliche Einbindung in den Arbeitsmarkt erklärt.

Intensität der Weiterbildung

34% der weiterbildungsaktiven Bevölkerung besuchten nur eine Weiterbildung im Jahr vor der Befragung 2021. Der Durchschnitt liegt bei 2,8 Weiterbildungsaktivitäten.

Die Anzahl besuchter Weiterbildungsaktivitäten steigt mit dem Bildungsstand. So haben 48% der weiterbildungsaktiven Personen ohne nachobligatorische Ausbildung nur eine einzige Aktivität besucht. Bei Personen mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II liegt dieser Wert bei 40% und bei Personen mit Tertiärausbildung bei 29%.

Themenbereiche der Weiterbildung

Das Thema «Wirtschaft, Arbeit» steht unter den besuchten Angeboten nichtformaler Weiterbildung an erster Stelle mit 25,5% aller genutzten Aktivitäten. Danach folgen Themen wie Wissenschaft, Technik und Gesundheit. Im Bereich Sprachen bildet sich die Schweizer Bevölkerung von 15 bis 75 Jahren am seltensten weiter.