30 Jahre SVEB-Zertifikate: Jubiläum eines Erfolgsmodells


Vor 30 Jahren wurden die ersten SVEB-Zertifikate vergeben, heute erhalten jährlich über 3000 Ausbildende ein solches. Die SVEB-Zertifikate haben sich zur wichtigsten Grösse in der Professionalisierung der Erwachsenenbildung entwickelt.

Die Ausbildungsgänge «Ausbilderin/Ausbilder – Durchführung von Lernveranstaltungen» (AdA ZA-DL) und «Ausbilderin/Ausbilder – Einzelbegleitungen» (AdA ZA-BE) bilden die Grundlage, um mit Erwachsenen zu arbeiten. Sie gelten in vielen Weiterbildungsinstitutionen als Standard für Ausbildende in der Erwachsenenbildung. Im Volksmund werden sie oft als SVEB 1 bezeichnet, da sie auch das erste Modul auf dem Weg zum eidg. Fachausweis Ausbilderin/Ausbilder darstellen.

Während «Durchführung von Lernveranstaltungen» (früher: «Kursleiter/in») auf die Arbeit mit Gruppen fokussiert, legt «Einzelbegleitungen» das Schwergewicht auf die Arbeit mit Einzelpersonen. Beide Zertifikate bestätigen die grundlegenden Kompetenzen, um im eigenen Fachbereich Lernveranstaltungen beziehungsweise Lernbegleitungen mit Erwachsenen im Rahmen vorgegebener Konzepte, Lehrpläne und Lehrmittel planen, durchführen und auswerten zu können.

Alle Personen, die Gruppen von Erwachsenen unterrichten und Lernveranstaltungen wie Kurse, Seminare oder Workshops planen und durchführen möchten respektive Einzelpersonen in Lernprozessen begleiten, unterstützen und fördern möchten, lernen dies in den Modulen zu einem SVEB-Zertifikat.

Und dies seit nun 30 Jahren.

Mindeststandard geschaffen

Als die Erwachsenenbildung in den 1970er- und 1980er-Jahren immer stärker professionalisiert wurde, begann der SVEB, standardisierte Ausbildungen und Qualifikationen zu entwickeln. In den 1990er-Jahren entstand so schrittweise das heutige AdA-System (Ausbildung der Ausbildenden) mit dem Ziel, Theorie und Praxis zu verbinden und schweizweit einheitliche Standards zu etablieren.

Die SVEB-Zertifikate als Einstieg sollten einen Mindeststandard schaffen, auf diese Weise grundlegende didaktische und andragogische Kompetenzen sichern und so auch Arbeitgebenden Orientierung bieten.

Ob im Gesundheitswesen, der Ausbildung von Lernenden oder im IT- und Sicherheitsbereich: Überall, wo Erwachsene systematisch geschult, begleitet oder weitergebildet werden, ist die Qualifikation SVEB-Zertifikat gefragt. Sei es als gesetzliche Voraussetzung oder als Branchenstandard.

Von Didaktik bis Feedback

Dabei stellen SVEB-Lehrgänge keine Erstausbildung dar. Sie ersetzen auch kein Fachwissen im jeweiligen Berufsfeld, sondern ergänzen dieses um didaktische und andragogische Kompetenzen.

In den Lehrgängen zu beiden SVEB-Zertifikaten geht es sowohl um das «Handwerk» wie Didaktik und Methodik, Planung und Durchführung sowie Moderation und Präsentation, als auch um zwischenmenschliche Aspekte, um (individuelle) Lernprozess begleiten zu können. Dazu gehört auch die Reflexion der eigenen Rolle.

Über 3000 Zertifikate pro Jahr

Seit 1996 wurden 73’040 SVEB-Zertifikate ausgestellt. 2025 wurden 3294 vergeben, es ist der höchste Wert seit acht Jahren. Was wiederum zeigt: Die Ausbildungsgänge haben nichts an ihrer Attraktivität eingebüsst.

Aktuell gibt es rund 100 Institutionen, welche SVEB-Zertifikate respektive AdA-Module anbieten dürfen: 77 in der Deutschschweiz, 13 in der Romandie und 7 in der italienischen Schweiz.

Der SVEB, die Schweizerische Kommission Ausbildung der Ausbildenden (SK AdA, das strategische Organ des AdA-Systems) und die Qualitätssicherungskommission (QSK) eruieren Entwicklungsfelder, aktualisieren und definieren die Anforderungen und Kompetenzprofile. Sie übernehmen somit die Qualitätssicherung und -entwicklung für eine nachhaltige Professionalisierung der Erwachsenenbildung.

Dazu gehört auch, die Ausbildungsgänge an neue Begebenheiten und Anforderungen anzupassen, wie dies in den Revisionen der letzten Jahre jeweils geschah.

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