Der Ständerat hat am 1. Oktober der Schweizer Assoziierung an Erasmus+ im Jahr 2027 zugestimmt. Der SVEB begrüsst diesen Entscheid. Nun ist der Nationalrat gefordert, den Weg für die Assoziierung der Schweiz an das europäische Bildungsprogramm ebenfalls freizumachen.
Mit der Annahme des Verpflichtungskredits von 192,6 Millionen Franken für die Finanzierung der Schweizer Beteiligung an Erasmus+ im Jahr 2027 hat der Ständerat die Schweiz der Vollassoziierung an das EU-Bildungsprogramm um einen wichtigen Schritt nähergebracht.
Der SVEB begrüsst den Entscheid und bitten nun den Nationalrat, dem Ständerat zu folgen und den Kredit ebenfalls zu genehmigen.
Gleichberechtigter Zugang zu europäischer Zusammenarbeit
Zwar können sich bereits heute Schweizer Weiterbildungsorganisationen unter bestimmten Bedingungen an Erasmus+-Projekten beteiligen und Mobilitätsangebote nutzen. Allerdings sind Akteure aus der Schweiz nicht in der Lage, eigene Projekte zu initiieren und haben auch nur eingeschränkten Zugang zu europäischen Fördermöglichkeiten und Netzwerken.
Mit einer Vollassoziierung könnten Schweizer Weiterbildungsorganisationen eigene Innovations- und Pilotprojekte entwickeln, Konsortien beitreten und sich direkt an europäischen Ausschreibungen beteiligen. Gleichzeitig erhielten sie besseren Zugang zu europäischen Netzwerken, Tools und Fachwissen.
Für die Weiterbildung ist dies von besonderer Bedeutung, denn angesichts des technologischen und demografischen Wandels gewinnt lebenslanges Lernen weiter an Wichtigkeit. Der europäische Austausch ermöglicht Weiterbildungsorganisationen, Erfahrungen und Ansätze aus anderen Ländern aufzugreifen und gemeinsam weiterzuentwickeln – beispielsweise bei den Grundkompetenzen, beim Aufbau digitaler Kompetenzen oder beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in Lernprozessen.
Qualität und Innovation stärken
Internationale Kooperation unterstützt den Wissenstransfer und die Entwicklung neuer didaktischer Ansätze. Davon profitieren nicht nur die Weiterbildungsanbieter, sondern insbesondere die Erwachsenen, deren Bildungsangebote dadurch weiterentwickelt und besser auf aktuelle Herausforderungen ausgerichtet werden können.
Erasmus+ bietet zudem Möglichkeiten, gemeinsam mit europäischen Partnern Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Dazu gehören etwa die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Bildungsangebote für Menschen, die bisher nur schwer erreicht werden.
Weiterbildung leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung und zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Eine Assoziierung stärkt die internationale Vernetzung des Schweizer Bildungssystems und ermöglicht einen direkten Zugang zu europäischen Netzwerken, Erfahrungen und Innovationen.
23 Organisationen aus dem Bildungsbereich, darunter swissuniversities, der Kaufmännische Verband Schweiz und der SVEB, hatten sich im Vorfeld gemeinsam für die Finanzierung der Assoziierung ausgesprochen.

