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eduQua:2021 – Zentrale Neuerungen und Vorteile

Die weiterentwickelte Norm eduQua:2021 unterstützt ein praxisbezogenes und wirksames Qualitätsmanagement der Weiterbildungsinstitutionen. Sie berücksichtigt die wachsende Vielfalt von Angeboten, Lern-Settings und Organisationsstrukturen. 

Die Qualitätsnorm und das Zertifizierungsverfahren eduQua:2021 wurden durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS auf Konformität zu den übergeordneten, internationalen Regeln für Managementsysteme geprüft. Die Freigabe erfolgte im November 2021.

Ausrichtung auf die nahe Zukunft

eduQua:2021 ist auf die aktuellen Entwicklungen und die Trends in der Führung und in der Weiterbildung ausgerichtet. 

Führung und Qualitätsmanagement

Die Teile A) Führung und B) Qualitätsmanagement wurden erweitert und stützen sich auf die Struktur des Managementsystems bei den relevanten ISO-Normen ab. Drei neue Kriterien zum Kontext des Anbieters, zum Umgang mit Risiken und Chancen sowie zu Datensicherheit und Datenschutz fördern die nachhaltige Ausrichtung der Weiterbildungsinstitution. Die Norm bezieht die zunehmende Differenzierung bei den Organisationsformen in Bezug auf prozessorientierte, agile und hybride Strukturen mit ein.

Digitalisierung und Flexibilisierung in der Weiterbildung

Die Kriterien zu den Bildungsangeboten und Lernprozessen berücksichtigen die vielfältigen Angebots- und Lernformen und enthalten spezifische Qualitätsanforderungen zum Einsatz von digitalen Medien und Lernmethoden. Die Begrifflichkeiten wurden entsprechend erweitert und die didaktischen Anforderungen beziehen sich auf analoge, digitale und gemischte Lern-Settings.

Eine klare und praxisbezogene Norm

Die Norm eduQua:2021 weist eine klare Struktur auf und wurde auf unterschiedliche Praxissituationen ausgerichtet.

Nachvollziehbarer Aufbau

  • Das Qualitätssystem beginnt bei der Weiterbildungsinstitution in ihrem Kontext und geht bis zu den konkreten Lernsituationen. Die zentralen Teile sind:
    1) Führung und Qualitätsmanagement
    2) Weiterbildungsangebote und Lernprozesse
    Der Teil «Evaluation und Entwicklung» schliesst die Anforderungen ab.
  • Die Norm baut neu auf 8 Prinzipien auf (anstatt wie bisher auf 6 Kriterien).
  • Den Prinzipien werden die insgesamt 19 Kriterien zugeordnet (anstelle der bisherigen 22 Standards); zusammengehörende Aspekte sind jeweils in einem gemeinsamen Kriterium erfasst. Die Begriffe sind aktuell und werden kohärent verwendet.
  • Bei jedem Kriterium werden die erforderlichen Nachweise sowie weitere mögliche Dokumente für die Darstellung der eigenen Qualitätsmassnahmen aufgeführt.
  • Die unterschiedlichen Praxissituationen von kleinen, mittleren und grossen Weiterbildungsanbietern sind berücksichtigt. Die Anforderungen und Nachweise sind möglichst realistisch definiert.

Die drei eduQua-Dokumente 

  1. Qualitätsnorm:
    In diesem Dokument werden zuerst die Grundlagen und Prinzipien der aktuellen Norm vorgestellt. Dann sind die wesentlichen Qualitätsanforderungen und die geforderten Nachweise zu jedem der 19 eduQua-Kriterien beschrieben.
  2. Reglement Zertifizierungsverfahren:
    In diesem Dokument werden der Zertifizierungsablauf und das Verfahren im Detail dargestellt. Weiter werden die verschiedenen Akteure, der Zertifizierungsaufwand sowie die Nutzung des Labels erläutert.
  3. Wegleitung:
    Dieses Dokument beinhaltet konkrete Hinweise zum Verständnis der Kriterien und gibt praktische Hilfestellungen zur Steuerung und Umsetzung des Qualitätsmanagements.

Durchlässigkeit zu relevanten Qualitätslabels geklärt

Das Verhältnis von eduQua:2021, dem Qualitätslabel für Anbieter in allen Bereichen der Weiterbildung, zu wichtigen Angebotsnormen sowie zu den ISO-Managementnormen wurde geklärt. Doppelprüfungen werden vermieden und bei kombinierten Zertifizierungsverfahren sind Synergieeffekte möglich. 

  • eduQua:2021 zu IN-Qualis:2018
    Gegenseitige Anerkennung (bilaterale Substitution) der Teile Führung/Management
    Unilaterale Substitution des Moduls C4 Bildung bei IN-Qualis durch eduQua
  • eduQua:2021 zum fide-Label
    Verhältnis als komplementär definiert, Schnittstellen geklärt
    Getrenntes Verfahren, wichtige Nachweise in beiden Verfahren verwendbar
  • eduQua:2021 zu ISO 9001 und ISO 21001
    Teil Führung und Qualitätsnorm bei eduQua ist auf die Struktur der ISO-Management-Systeme bezogen.
    Viele Synergieeffekte bei kombinierten Zertifizierungsverfahren

Klares Zertifizierungsverfahren

Die Prüfung eines ausgewählten Weiterbildungsangebotes bei jedem Audit ist nicht mehr vorgegeben. Das eigene Qualitätssystem wird anhand von unterschiedlichen Angeboten aufgezeigt und überprüft.

Die Vorgaben der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS und der internationalen Normen zum Auditverfahren sind im Reglement umgesetzt. Wichtige Bestimmungen wurden präzisiert und aktualisiert, zum Beispiel:

  • die Voraussetzungen für die Zertifizierung,
  • der Aufwand für die Audits,
  • die erhöhte Komplexität von Weiterbildungsinstitutionen.

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