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Die höhere Berufsbildung baut auf Weiterbildungsanbieter

  • 05.02.2019

Über 90% der Absolventinnen und Absolventen eines eidgenössischen Fachausweises oder Diploms besuchen dafür vorbereitende Kurse. Diese Zahlen liefert erstmalig eine Erhebung des Bundesamts für Statistik. Der Bericht beantwortet darüber hinaus auch die Frage, aus welchen Gründen ein bestimmter Kursanbieter gewählt wird.

Die höhere Berufsbildung (HBB) umfasst die beiden eidgenössischen Prüfungen zum Fachausweis und Diplom sowie Studiengänge an höheren Fachhochschulen. Während diese drei Komponenten national geregelt sind, sind die vorbereitenden Kurse auf die Prüfungen zum eidg. Fachausweis und eidg. Diplom freiwillig und werden von Weiterbildungsanbietern organisiert und durchgeführt.

Mit der repräsentativen Befragung des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahre 2017 wurden zum ersten Mal genaue Zahlen für diesen Bildungsbereich erfasst, welche Anfang 2019 publiziert wurden (Medienmitteilung). Sie enthalten unter anderem eine Auswertung der Absolventinnen und Absolventen nach sozioökonomischen Merkmalen. Aus Sicht der Weiterbildung sind aber vor allem auch die Aspekte interessant, welche die Wahl und Zufriedenheit mit den vorbereitenden Kursen beleuchten.

Wenn es darum geht einen vorbereitenden Kurs für die HBB zu wählen, steht der gute Ruf eines Anbieters knapp an erster Stelle (Bild: BFS, grössere Ansicht unten)
Vorbereitungskurse sind gefragt

Obwohl diese Kurse nicht obligatorisch sind, werden sie sehr stark genutzt. Für die Vorbereitung auf einen eidg. Fachausweis geben 98% der Kandidatinnen und Kandidaten an, einen Kurs besucht zu haben. Beim eidg. Diplom sind es 94%. Für die, die darauf verzichteten, war zumeist ausschlaggebend, dass sie die nötigen Kenntnisse bereits als gegeben betrachteten. Weitere wichtige Gründe sind, dass andere bereits absolvierte Kurse als Vorbereitung anerkannt wurden oder dass die Kurse nicht mit der Arbeit zu vereinen oder zu teuer waren.

Der wöchentliche Aufwand für die Kurse liegt im Durchschnitt für beide Abschlüsse bei 15 bis 16 Stunden und die Ausbildung dauert zwischen 22 und 23 Monaten.

Wahl des Anbieters

Die Statistik zeigt auch, aus welchen Gründen ein Anbieter gewählt wird. Die wichtigsten drei sind für alle Bereiche der HBB der gute Ruf, das Angebot von praxisbezogenen und berufsorientierten Kursen und das attraktive Zeitmodell (siehe Grafik).


Den Anbieter gewechselt haben im Verlaufe ihrer Ausbildung im Schnitt nur 4% der Kandidatinnen und Kandidaten für Fachausweis oder Diplom. Vergleichsweise viele waren es im Bereich «Pädagogik und Sozialwissenschaften» beim eidg. Fachausweis und im Bereich «Gesundheit und Sozialwesen» beim eidg. Diplom (jeweils 10%). Darüber hinaus fanden in der französischen Schweiz öfter Anbieterwechsel statt (8%).

Die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen würde rückblickend die gleiche Ausbildung (88%) und den gleichen Anbieter (76% bis 78%) wählen. Dieser Wert sinkt insbesondere in Bezug auf die Anbieter, wenn nur die Absolvierenden gefragt werden, die nicht bestanden haben, bleibt aber dennoch über 50%. Die geringen Wechsel und die Mehrheit, die dieselben Ausbildungen nochmals wählen würde, lassen auf eine hohe Zufriedenheit mit diesen Angeboten seitens der Teilnehmenden schliessen.

Positive Effekte der HBB und Unterstützung durch die Arbeitgeber

Die Umfrage des BFS erfasst auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der HBB für die Absolventinnen und Absolventen sowie die Art und Weise, wie sie vom Arbeitgeber dabei unterstützt wurden. Bereits ein Jahr nach dem erfolgreichen Abschluss gibt eine Mehrheit an, positive Effekte bei Lohn (60%) und Karrierechancen (50%) zu registrieren.

Die Unterstützung durch Arbeitgeber findet für Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Zeit der Ausbildung angestellt sind, mehrheitlich durch die Übernahme der Ausbildungskosten statt (über 60%). Seltener werden flexible Arbeitszeiten oder bezahlter Urlaub gewährt. Rund 20% erhalten derweil keine Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. (PhS)

zum Download des BFS-Berichts