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Höhere Berufsbildung: Bundesrat verzichtet auf Qualitätssicherung bei vorbereitenden Kursen

  • 15.09.2017

Der Bund wird über 100 Millionen Franken jährlich in die Höhere Berufsbildung investieren, ohne die Qualität bei den unterstützten Angeboten sicherzustellen. So sieht es die revidierte Berufsbildungsverordnung vor, die der Bundesrat am Freitag verabschiedet hat. Damit missachtet der Bundesrat das Weiterbildungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2017 in Kraft ist. Es schreibt fest, dass die Qualität von öffentlich unterstützter Weiterbildung sicherzustellen ist.

Ab dem 1. Januar 2018 werden Absolvierende von Kursen, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten, vom Bund direkt finanziell unterstützt. Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung ist, dass die Beitragsempfänger einen vorbereitenden Kurs besucht haben, der auf einer sogenannten Meldeliste des Bundes eingetragen ist.

Die Meldeliste bildet somit die subventionsrechtliche Grundlage. Waren bis jetzt die Kantone für die Prüfung der Qualität und der Inhalte der Angebote zuständig, sieht die vom Bundesrat nun verabschiedete Verordnung keinerlei Qualitätssicherung mehr vor. Mit anderen Worten: Die in der Weiterbildung so wichtigen Qualitätsgrundsätze wie Kundenorientierung, transparente Informationen zu den Angeboten oder kompetente Ausbildende sollen bei der Vergabe von Subventionen keine Rolle mehr spielen.

Der SVEB hat sich im Vorfeld zusammen mit Kantonen und Gewerkschaften dafür eingesetzt, dass nur Anbieter auf die Meldeliste aufgenommen werden, die nachweislich die Qualität sicherstellen.

Wir verlangen vom Bundesrat, auf den Entscheid zurückzukommen und das Weiterbildungsgesetz zu respektieren.

Die vorbereitenden Kurse für die Höhere Fachprüfung sollen keiner Qualitätskontrolle unterliegen. (Bild: Pixabay)

Medienmitteilung des SVEB vom 15. September 2017