Das Parlament hat die Sparpläne des Bundesrats in der Weiterbildung redimensioniert: 15 Millionen von 19 Millionen Franken Bundesmittel bleiben erhalten. SVEB-Direktor Bernhard Grämiger schätzt ein und rät, vorsichtig zu bleiben.
Wie ist der Entscheid des Parlaments zu deuten?
Wir konnten einen Frontalangriff auf die Weiterbildung abwehren. Die ursprünglichen Sparmassnahmen, welche der Bundesrat vorgesehen hatte, wären drastisch gewesen: Ab 2027 waren den Plänen zufolge keine Bundesmittel für die Förderung der Grundkompetenzen sowie für die Organisationen der Weiterbildung mehr vorgesehen und die entsprechenden Förderartikel aus dem Gesetz gestrichen worden. Gemeinsam mit der Allianz Weiterbildung konnten wir aufzeigen, dass dies nicht im Interesse der Gesellschaft und Wirtschaft gewesen wäre. Die Debatte zum Entlastungspaket hat gezeigt: Die Mehrheit im Parlament misst der Weiterbildung grundsätzlich eine hohe Bedeutung zu. Und das ist eine gute Grundlage für unsere weitere politische Arbeit für die Weiterbildung.
Trotzdem müssen 20 Prozent eingespart werden. Was bedeutet das für die Förderung der Grundkompetenzen?
Nun sind die Kantone gefragt. Die Kantone haben die Wahl, ob sie auf die wegfallenden Bundesmittel mit einer Erhöhung der Kantonsgelder reagieren oder nicht. Wir hoffen natürlich, dass die Kantone einen Teil der Kürzungen auffangen werden. Allzu optimistisch darf man diesbezüglich gemäss Aussagen der EDK allerdings nicht sein.
Und die Organisationen der Weiterbildung?
Der Rahmenkredit wird reduziert, ergo hat jede Organisation der Weiterbildung ab 2027 20 Prozent weniger Bundesmittel zur Verfügung. Um Einsparungen zu kompensieren, müssen die OWB bestehende Leistungen reduzieren oder ganz streichen. Das hat negative Auswirkungen auf das Weiterbildungsfeld. Für den SVEB und die weiteren betroffenen Organisationen ist es zudem äusserst schmerzhaft. Und es ist noch nicht vorbei.
Nicht?
Nein, Entwarnung ist nicht angesagt. Der Bundesrat hat bereits neue Sparrunden angekündigt. Schon im Budgetprozess 2027 könnte es zu weiteren Sparvorschlägen in der Weiterbildung kommen. In diesem Fall werden wir wieder alle Hebel in Bewegung setzen, um dies zu verhindern.

