Wie kann ein Weiterbildungsangebot sowohl KI-Anwendungswissen vermitteln aber auch ein Funktionsverständnis erzielen und zu einer kritischen Reflexion anregen? Ein Artikel liefert praktische Empfehlungen und Beispiele.
Mit KI zu arbeiten, verlangt nicht nur Anwendungswissen, sondern auch Hintergrundwissen, ein grundlegendes Funktionsverständnis und eine kritische Reflexion. Das sagen die Autorinnen und Autoren eines praxisbezogenen Beitrags im Magazin von erwachsenenbildung.at mit dem Titel «KI-Kompetenz fundiert vermitteln: Empfehlungen für die Bildungspraxis». Oft werde vor allem auf das Anwendungswissen fokussiert und die anderen Aspekte vernachlässigt.
Grundsätzlich legt der Artikel nahe: Wird KI in einem Kurs eingesetzt, soll sie auch thematisiert werden. Und zwar möglichst ganzheitlich. Dies, weil KI auch «falsch» genutzt werden kann.
9 konkrete Tipps
In der Folge zeigt der Artikel anhand von 9 Punkten auf, was zu beachten ist, wenn man KI als Lerninhalt nachhaltig thematisieren und die Nutzung didaktisch fundiert begleiten will.
- KI-Anwendungen ganzheitlich betrachten: Neben der Frage «wie nutze ich das?» sind auch die Fragen «wie funktioniert das?» und «wie wirkt das?». So kann ein grundlegendes Verständnis aufgebaut werden.
- Vorannahmen zu KI aufgreifen: Die Autoren empfehlen, vorgängig Ängste, Hoffnungen, Erwartungen der Teilnehmenden abzuholen, welche mit der Arbeit mit KI zusammenhängen.
- KI-Grundlagen (auch) offline erarbeiten: Indem KI-Grundlaben auch mit Artikeln oder haptischen Beispielen erarbeitet werden, bleiben auch digital ungeübte Personen am Ball.
- KI-Verständnis mit Simulationen vertiefen: Einzelne Schritte beispielsweise eines Sprachmodells durchzuspielen hilft dabei, die Hintergründe zu verstehen.
- Gamification-Elemente nutzen: Mit Wettbewerben und anderen spielerischen Elementen lässt sich die Motivation steigern, aber z.B. auch Vorwissen abholen.
- KI-Anwendungsfälle aufzeigen und hinterfragen: Es geht darum, Einsatzmöglichkeiten von KI-Tools fassbar zu machen, aber auch zu diskutieren. Im Hintergrund steht die Frage: Welche Probleme können KI-Anwendungen lösen – und welche nicht?
- Kritische Reflexion gezielt anstossen: Die Thematisierung von KI soll auch Denkanstösse beinhalten und für einen kritischen Umgang mit KI sensibilisieren.
- Für psychologische Effekte sensibilisieren: z.B. für Automation Bias (zu grosses Vertrauen in automatisierte Entscheidungssysteme) oder Antropomorphismus (Maschine als menschlich behandeln)
- Rechtsvorschriften mitliefern: Insbesondere wird hier angemerkt, Datenschutz und Urheberrecht anzusprechen.
Im Artikel werden zu den einzelnen Punkten konkrete Beispiele sowie nützliche Links und Tools geliefert.
Aschemann, Birgit/Klampferer, Miriam/Lamprecht, Karin/Schüßler, Gunter (2025): KI-Kompetenz fundiert vermitteln: Empfehlungen für die Bildungspraxis.In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 55, 2025.

