Die Generalversammlung der Conférence romande de la formation continue (CRFC) vom 10. Februar stellte das vom Bund geplante Entlastungspaket 2027 in den Mittelpunkt ihrer Diskussionen. Fazit: Die Sparpläne im Bereich Weiterbildung sind paradox.
Die Leiterin des Bereichs Weiterbildung beim SBFI, Sabine Scheiben, erinnerte daran, dass das Bundesbudget für die Weiterbildung 177 Millionen Franken beträgt und auf mehr als 100 Rechtsgrundlagen beruht. Die geplanten Kürzungen betreffen insbesondere die Finanzierung der Weiterbildungsorganisationen und der Kantone für Grundkompetenzprogramme.
Aufruf zur Entwicklung einer gemeinsamen politischen Vision
Caroline Meier, Direktorin des Westschweizer Sekretariats des SVEB, hob das Paradoxon hervor zwischen dem steigenden Bedarf an Kompetenzen – verbunden mit dem Arbeitskräftemangel, den raschen Veränderungen (insbesondere durch KI) und der Notwendigkeit, die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten – und den Sparmassnahmen des Bundes. Gemäss PIAAC-Zahlen weisen heute mehr als eine Million Menschen in der Schweiz Defizite in den Grundkompetenzen auf, obwohl diese Kompetenzen zu den strategischen Zielen der BFI-Botschaft 2025–2028 gehören.
Rückstand der Schweiz im internationalen Vergleich
Auf internationaler Ebene wies Marc Herkenrath, Direktor des Verbandes der Schweizerischen Volkshochschulen (VSV), darauf hin, dass die Schweiz bei der öffentlichen Finanzierung der Erwachsenenbildung deutlich hinterherhinkt: Deutschland und Österreich finanzieren 60 bis 75 Prozent der Aktivitäten der Anbieter (gegenüber etwa 20 Prozent in der Schweiz), und Österreich hat beispielsweise ein nationales Programm für Grundkompetenzen bis 2028 verlängert, mit einer jährlichen Erhöhung der Finanzierung der Verbände um fünf bis sechs Prozent.
Konsequenzen für Kantone und Anbieter
Laut Pierre-Yves Puippe, Sekretär der Schweizerischen Weiterbildungskonferenz (SWBK) für die Kantone, war das Weiterbildungsgesetz ein Wendepunkt, da es spezielle Strukturen, einen Fonds für interkantonale Massnahmen und die Unterstützung von Kampagnen sowie von Organisationen wie dem SVEB förderte.
Zum Abschluss der Diskussionen betonte Céline Weber, Präsidentin der CRFC und Nationalrätin, die Bedeutung einer gezielten Lobbyarbeit, die die konkreten Auswirkungen der Sparmassnahmen aufzeigt.

