So wird KI bei Jobsuche und Rekrutierung eingesetzt


Eine neue Studie der interkantonalen Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA untersucht den Einsatz von KI in Jobsuche und Recruiting. Dazu wurden knapp 6’000 Stellensuchende und rund 700 Unternehmen zu ihrer Anwendung von KI bei der Stellensuche beziehungsweise bei der Rekrutierung befragt.

Text: Aranya Sritharan

Zur AMOSA-Region zählen die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich.

Bemerkenswert ist der unterschiedlich grosse Anteil der Nutzenden zwischen den beiden befragten Gruppen: Während 65 Prozent der Stellensuchenden bereits KI für die Jobsuche verwenden, sind es bei den Rekrutierenden auf Unternehmensseite lediglich 13 Prozent. Grosse Unternehmen setzen häufiger KI im Rekrutierungsprozess ein als der Durchschnitt (24 Prozent grosse Unternehmen im Vergleich zu 13 Prozent im Durchschnitt) und tertiärgebildete Stellensuchende noch deutlich mehr als der Durchschnitt der Stellensuchenden (83 Prozent Tertiärgebildete im Vergleich zu 65 Prozent im Durchschnitt). 

Gründe für den KI-Einsatz und der erhoffte Nutzen

Stellensuchende geben als wichtigste Gründe an, dass sie sich von der Nutzung von KI erhoffen, sich selbst als optimale Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren zu können. Ausserdem sollen KI-Tools ihnen helfen, ihre Bewerbungsunterlagen sprachlich zu korrigieren. Ob der Einsatz von KI etwas bringt, darüber sind sich die befragten Stellensuchenden nicht einig: Etwas weniger als die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich die Chancen, auf ein Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, erhöht hätten und dass KI ihnen dabei helfe, eine passende Stelle zu finden.

Für Rekrutierende geht es insbesondere um erhoffte Zeitersparnisse in der Erstellung von Stellenanzeigen und um Unterstützung bei der Bewertung von Kompetenzen der Bewerbenden. Die Befragung zeigt ebenfalls, dass die Rekrutierenden bereits eine grosse Zahl an Bewerbungen erhalten (im Schnitt 39 Prozent), die mithilfe von KI erstellt wurden. Sie geben an, dass sich dies dadurch zeige, dass die Bewerbungsunterlagen zunehmenden standardisiert seien.       

Hindernisse in der Nutzung von KI

Wenn es darum geht, weshalb KI nicht oder nur wenig eingesetzt wird, sagt etwa die Hälfte der Stellensuchenden, dass sie noch gar nicht darüber nachgedacht hätten, KI für die Stellensuche zu verwenden. Ein weiterer wichtiger Grund (für mehr als einen Drittel der Befragten) ist das fehlende Wissen über die relevanten Tools, die hilfreich sein könnten. Ähnlich wichtig ist der Wunsch, eine persönliche Bewerbung abzuschicken, die nicht generisch klingt.

Bei mehr als der Hälfte der Rekrutierenden sei der Bedarf, um KI in der Rekrutierung zu nutzen, klein, da sie momentan zu wenig rekrutierten. Ebenfalls von Bedeutung ist die Tatsache, dass sie den Rekrutierungsprozess bewusst menschlich steuern möchten.

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