Angesichts der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt muss die Weiterbildung zu einer politischen Priorität werden – zu diesem Schluss kommt der Dachverband der Arbeitnehmenden Travail.Suisse. In einer Resolution formuliert er fünf Forderungen.
Technologische Veränderungen führen zu grosser Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und machen die Berufswahl komplexer, schreibt Travail.Suisse. Das fragmentiere die beruflichen Laufbahnen mache einen Berufswechsel unumgänglich. «In diesem Zusammenhang erweisen sich Weiterbildung und Umschulungsstrategien als unverzichtbare Instrumente in allen Phasen des Berufslebens, unabhängig vom Beschäftigungsgrad oder der Unternehmensgrösse.»
Doch obwohl die Teilnahme an Weiterbildung zunehme, sei der Zugang dazu nach wie vor ungleich verteilt. So ist die Weiterbildungsbeteiligung von Personen mit geringen Grundkompetenzen in Lesen, Rechnen und Problemlösen (15 Prozent der Erwachsenen) viermal niedriger als im Durchschnitt. Zudem erhält mehr als ein Viertel der Personen, die weniger als 40 Prozent arbeiten, keinerlei Unterstützung bei der Weiterbildung.
Daraus ergebe sich ein Teufelskreis: Die am wenigsten qualifizierten Personen haben weniger Zugang zu Weiterbildung, was ihre Anpassungsfähigkeit an die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt noch weiter einschränkt.
Fünf Forderungen
Vor diesem Hintergrund sei der Druck auf die Mittel für die Weiterbildung, insbesondere im Rahmen des Entlastungspakets 27, besonders besorgniserregend.
Travail.Suisse fordert darum:
- Eine Stärkung der Weiterbildung und der Umschulungsmassnahmen, die in jeder Phase der beruflichen Laufbahn zugänglich sind, unabhängig vom Beschäftigungsgrad oder der Unternehmensgrösse
- Einen gerechten Zugang zur Weiterbildung, insbesondere für Teilzeitbeschäftigte oder gering qualifizierte Personen
- Die Übernahme der indirekten Ausbildungskosten (Einkommensausfall, Kinderbetreuung, Zeitaufwand) durch die Schaffung eines nationalen Stipendiums als Ergänzung zu den kantonalen Stipendien
- Eine Stärkung der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung und Erhöhung der Zugänglichkeit von der obligatorischen Schulzeit bis zum Rentenalter
- Eine Stärkung der Aus- und Weiterbildung durch die Arbeitslosenversicherung für arbeitslose Personen, die unter anderem aufgrund des technologischen Wandels einen entsprechenden Bedarf haben

