DACH-Austausch Professionalisierung: vom Prüfungsgespräch bis zum Podcast


Im April fand erneut ein Treffen für Professionalisierung zwischen dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung DIE, der Weiterbildungsakademie Österreich WBA und dem SVEB in Zürich statt. Es ging unter anderem um Future Skills und um Fachgespräche.

Text: Hans-Peter Karrer

Am dreitägigen Austauschtreffen des SVEB mit den Kolleginnen vom DIE (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) und wba (Weiterbildungsakademie Österreich) in Zürich konnten einmal mehr die Kontakte mit den einzelnen Mitgliedern des Netzwerks Professionalisierung DACH und ihren Institutionen vertieft werden.

Professionalisierung der Ausbildenden im Bereich Grundkompetenzen

Thematisch ging es unter anderem um das laufende Projekt «Professionalisierung der Ausbildenden im Bereich Grundkompetenzen» (ProfGK), an dem auch der SVEB beteiligt ist. Hier gab es Informationen über den Stand der Entwicklung einer geplanten Ausbildung von Ausbildenden im Bereich Grund-/Basiskompetenzen: Gegenwärtig werden mit einer umfangreichen Befragung die Bedürfnisse aller Stakeholder erhoben, um dann ein Weiterbildungsangebot zu entwickeln, das sowohl die politischen und administrativen Rahmenbedingungen als auch die Kompetenzanforderungen der Kursleitenden berücksichtigen. Der gemeinsame Austausch stiess auf grosses Interesse bei allen Anwesenden insbesondere im Hinblick auf strukturelle Unterschiede, Bedürfnisse und Bedarfe aus der Sicht der Anbieter und der Ausbildenden.

Auch Future Skills waren ein Thema. Diese begleiten die Diskussionen im DACH-Netzwerk seit Anbeginn, sind doch die entsprechenden Ansätze und Modelle zu den zukünftigen Anforderungen an die Rolle der Ausbildenden eine wichtige Grundlage für Überlegungen zur Professionalisierung der Ausbildung von Ausbildenden.

Fachgespräch: unmittelbarer Kontakt zwischen Prüfenden und Geprüften

Den Schwerpunkt des Austauschs bildete das Thema Fachgespräch oder Prüfungsgespräch. Sowohl bei der wba wie auch beim SVEB wird das Fachgespräch als Instrument zur Überprüfung von Kompetenzen der Weiterbildenden genutzt, da es – anders als schriftlich verfasste Portfolios oder Abschlussarbeiten, die heute auch mit Hilfe von KI erarbeitet werden können – durch die Gesprächsform in Präsenz den unmittelbaren Kontakt des Prüfenden mit dem Kandidaten oder der Kandidatin erlaubt. Das Fachgespräch bietet damit einen zusätzlichen Blick auf die Kenntnisse und Fähigkeiten von Kandidatin und Kandidaten und gilt als wesentliches Element der Kompetenzüberprüfung.

Dabei wurde deutlich, dass sowohl das Prüfungsgespräch bei der Prüfung zum eidgenössischen Fachausweis im SVEB als auch bei der wba Zertifizierungswerkstatt erfahrene Validierungsfachleute benötigt, um die Kohärenz der Beurteilung zu garantieren. In Österreich gibt es als Folge einer Studie zur Ausbildung von Validierungsexpert/innen und -praktiker/innen erste Überlegungen zur Etablierung einer Community für Validierungsfachleute, die dazu beitragen könnte, die Tätigkeit der Validierungsexpert/innen noch besser zu positionieren.

Kräfte bündeln

Der gegenwärtige Trend, dass die finanziellen Mittel für Bildungsprojekte vor allem im Weiterbildungsbereich in allen beteiligten Ländern in Zukunft stagnieren oder sogar sinken werden, hat sich seit der letzten Konferenz vor einem Jahr leider bestätigt. Umso wichtiger erscheinen in diesem Zusammenhang die Bemühungen, den Austausch über die Landesgrenzen hinweg zu pflegen und so Ressourcen von befreundeten Bildungsorganisationen nutzen zu können. Wichtig ist den Teilnehmenden des DACH-Netzwerks, dass über den permanenten Austausch hinaus auch die Möglichkeit gesucht wird, konkrete Projekte gemeinsam zu realisieren. Die Hoffnung ist, dass es in den nächsten Jahren mit dem Erasmus+ Projekt «Vocational Education and Training: Development of joint VET qualifications and modules» gelingen wird, mit gemeinsam erarbeiteten Micro-Credentials, Bildungsabschlüsse für Ausbilder und Ausbilderinnen länderübergreifend zu anerkennen.

Grössere Aufmerksamkeit soll in Zukunft auch dem gemeinsamen öffentlichen Auftritt des DACH-Netzwerks in den verschiedenen Ländern geschenkt werden. Eine erste Möglichkeit dazu bot sich bereits mit einem Podcast des DIE im Januar 2026, bei dem das Netzwerk durch einzelne Mitglieder vorgestellt wurde.

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