Förderung von Erwerbstätigen: EU plädiert für mehr Zusammenarbeit


Um Erwerbstätige zu qualifizieren sind regionale Partnerschaften zu stärken und die relevanten Akteure zusammenzubringen. Zu diesem Schluss kommt das «European Skills High-Level Board». Es fordert darum Partnerschafts-Ökosysteme.

Das Ziel des Vorschlags ist es, die Weiterqualifizierung, Umschulung, Innovation und angewandte Forschung in ganz Europa zu fördern – und zwar dort, wo Qualifikationslücken bestehen.

Dies als Reaktion auf die Weiterbildungsbeteiligung in der EU: Diese liegt derzeit weit hinter dem gesteckten Ziel, dass bis 2030 mindestens 60 Prozent der Erwachsenen jährlich an einer Weiterbildungsmassnahme teilnehmen.

In den Schlussfolgerungen hebt das Gremium hervor, dass Qualifikationsengpässe fast jeden Wirtschaftssektor betreffen und Produktivität, Innovation und Wachstum bremsen. Während Unternehmen Schwierigkeiten haben, Fachkräfte mit den benötigten Qualifikationen zu finden, stehen die Bildungs- und Ausbildungssysteme unter zunehmendem Druck, schneller auf technologische und wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren.

Mit SPARKs zu mehr Zusammenarbeit

Das Gremium fordert darum die Einrichtung von «Skills Partnerships for Adult Reskilling» (SPARKs). Das sind agile regionale und sektorale Partnerschafts-Ökosysteme zur Förderung der Erwachsenenbildung, von Innovation und angewandter Forschung.

SPARKs sollen jene Organisationen zusammenbringen, die an der Entwicklung und Nutzung von Kompetenzen beteiligt sind. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Ausbildungsanbietern, Unternehmen und Behörden stärken, damit die Bildungsangebote den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes besser entsprechen.

Zu den relevanten Akteuren, die in SPARKs aktiv sind, gehören:

  • Unternehmen
  • Bildungs- und Ausbildungsanbieter, einschliesslich Ausbildende
  • Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände
  • Forschungs- und Innovationseinrichtungen
  • regionale und lokale Behörden
  • Unternehmensförderungsdienste und andere relevante Partner.

Der Ausschuss schlägt auch mehr Mittel für Mikrozertifikate, Plattformen für strukturierten Austausch und Zusammenarbeit sowie die Einbindung der öffentlichen Arbeitsverwaltungen vor.

Die vorgeschlagenen Partnerschaften sind kein neues Modell. Erfolgreiche Beispiele gibt es bereits in verschiedenen EU-Ländern, Regionen und Branchen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Initiativen auszuweiten und sie effektiver miteinander zu vernetzen.

Flexibler und anpassungsfähiger

Die Schlussfolgerungen des Ausschusses senden eine klare Botschaft: Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung müssen flexibler, anpassungsfähiger und enger mit den Realitäten des Arbeitsmarktes verknüpft werden.

Angesichts der rasanten technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sind Bildungs- und Ausbildungsanbieter aufgefordert, sich schneller anzupassen und zunehmend vielfältige Lernende während ihres gesamten Lebens zu unterstützen – insbesondere Erwachsene, die ihre Kompetenzen aktualisieren, sich umschulen lassen oder den Beruf wechseln müssen.

Der Ausschuss fordert einen lernendenzentrierten Rahmen, der Menschen während ihres gesamten Arbeitslebens unterstützt und es Erwachsenen erleichtert, neue Fähigkeiten zu erwerben, den Beruf zu wechseln oder bestehende Kompetenzen auf den neuesten Stand zu bringen.

Vier Handlungsbereiche

Um dies zu ermöglichen, nennt der Ausschuss vier vorrangige Handlungsbereiche:

  • Agilere Bildungs- und Ausbildungsanbieter: Politische und finanzielle Rahmenbedingungen sollen angepasst werden, damit Anbieter flexibler mit Unternehmen zusammenarbeiten und Lernangebote am Arbeitsplatz sowie im kommunalen Umfeld anbieten können.
  • Breitere Nutzung von Mikro-Zertifikaten: Ausbau kurzer, flexibler Lernangebote und Sicherstellung, dass diese anerkannt und angemessen finanziert werden.
  • Frühzeitige Antizipation des Qualifikationsbedarfs: Einbeziehung von Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern bei der Ermittlung künftiger organisatorischer Veränderungen und der daraus resultierenden neuen Lernbedürfnisse.
  • Stärkere öffentliche Arbeitsvermittlungsdienste: Investitionen in moderne Beratungs-, Arbeitsvermittlungs- und Weiterbildungsdienste, die Einzelpersonen und Arbeitgebern helfen, sich auf den sich wandelnden Arbeitsmärkten zurechtzufinden.

Für Bildungs- und Ausbildungsanbieter bedeutet dies, flexiblere Lernwege zu entwickeln, die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern zu stärken und Erwachsenen in jeder Phase ihrer beruflichen Laufbahn den Zugang zum lebenslangen Lernen zu erleichtern.

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