Eine Studie der Universität Graz hat die Nutzung von KI in Institutionen der Erwachsenenbildung untersucht. Fazit: Für Teilnehmende, Administration oder Strategie wird KI eher selten einbezogen.
Wie kommt generative künstliche Intelligenz in Weiterbildungsinstitutionen zum Einsatz? Und welche Strategien sowie Professionalisierungsmassnahmen werden dazu entwickelt? Diese Fragen hat eine Studie der Universität Graz untersucht und dafür 300 Mitarbeitende aus Institutionen der Erwachsenenbildung befragt, welche in Leitung, Programmplanung, Management, Lehre, Beratung und Verwaltung tätig sind.
Das Resultat: 95 Prozent der befragten Personen haben in den letzten drei Jahren KI-Tools verwendet, vier von fünf nutzen sie mindestens wöchentlich, die Hälfte täglich.
Textlastiger Einsatz
Dabei wird KI vor allem für text- und informationsbezogene Aufgaben eingesetzt, beispielsweise, um Texte zu verfassen, zusammenzufassen oder zu überarbeiten, aber auch für Brainstorming, Recherche, Übersetzungen, E-Mails sowie zur Erstellung von Präsentationen, Lernmaterialien und Grafiken.
Besonders häufig wird KI in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Angebotsentwicklung genutzt. Seltener wird sie in personal- und teilnehmerbezogenen, administrativen oder strategischen Bereichen angewandt. Dominierendes Tool ist ChatGPT, danach folgen MS Copilot und Übersetzungsdienste (Google Translate, DeepL).
Vor allem berufliches Interesse
Ein Grossteil der Befragten schätzt die eigenen Kompetenzen in Bezug auf KI als mittel bis hoch ein. Rund ein Fünftel der Befragten geben an, nur über geringe oder sehr geringe Kenntnisse zu verfügen. Und während sich die allermeisten beruflich stark für KI interessieren, ist das private Interesse deutlich tiefer.
Fast alle KI-Nutzenden erwarten eine gleichbleibende oder steigende Nutzung in den nächsten ein bis zwei Jahren. Weiterbildungsbedarf sehen sie bei konkreten, arbeitsfeldbezogenen Einsatzszenarien, rechtlichen Fragen sowie ethischen und risikobezogenen Aspekten wie Diskriminierung und Verzerrungen. «Ein grundlegendes technisches Verständnis von KI wird demgegenüber seltener genannt, was darauf hindeutet, dass die praktische Anwendbarkeit im Vordergrund steht», heisst es im Fazit der Studie.
Kaum strategische Überlegungen
Auf institutioneller Ebene zeigt die Befragung, dass der Einsatz von KI bislang vor allem durch rechtliche und sicherheitsbezogene Kriterien geprägt ist. Datenschutz, Datensicherheit und rechtliche Rahmenbedingungen stellen die wichtigsten Entscheidungsfaktoren dar. Strategische Überlegungen, ethische Leitlinien oder organisationsweite Innovationsstrategien spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.
Mehr als ein Viertel der Befragten gibt an, dass es keine einheitlichen Kriterien gibt; vielfach erfolgt der Einsatz fallweise und wenig systematisiert. «Für die Erwachsenenbildung ergibt sich daraus die Herausforderung, KI nicht nur als Effizienzwerkzeug zu begreifen, sondern sie systematisch, reflektiert und im Einklang mit pädagogischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien weiterzuentwickeln», heisst es in der Zusammenfassung.

