viamia, das kostenlose Beratungsangebot zur beruflichen Standortbestimmung, wurde bis Ende 2025 vom Bund finanziert und seitdem von den Kantonen übernommen. Ein Monitoringbericht zeigt, dass in den letzten vier Jahren rund 32’000 Personen das Angebot genutzt haben – und damit zufrieden waren.
Das Angebot viamia unterstützt nach eigenen Angaben Menschen ab 40 dabei, ihre Berufschancen zu stärken und sich frühzeitig auf Veränderungen im Arbeitsmarkt vorzubereiten. Es entstand 2019 als Teil des vom Bundesrat beschlossenen Massnahmenpakets zur Förderung inländischer Arbeitskräfte.
Gemäss Monitoringbericht schlossen im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2025 31’932 Teilnehmende eine viamia-Beratung ab. Die Kantone Zürich, Waadt, Bern und Aargau – also die vier bevölkerungsreichsten Kantone – verzeichnen die meisten viamia-Beratungen. 18’838 aller viamia-Beratungen (59 Prozent) fanden in einem dieser vier Kantone statt.
70 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen, 82 Prozent erwerbstätig und 83 Prozent Schweizer/in.
Gut qualifiziert
Die Teilnehmenden sind vorwiegend gut qualifiziert. 40 Prozent haben einen Hochschulabschluss, knapp ein Fünftel (18 Prozent) hat eine höhere Berufsbildung abgeschlossen. 6 Prozent haben als höchste Ausbildung eine gymnasiale Maturität, Berufsmaturität oder Fachmaturität absolviert. Weitere 31 Prozent der Ratsuchenden verfügen über eine berufliche Grundbildung ohne weitere Qualifikationen. 4 Prozent der Teilnehmenden haben die obligatorische Schulzeit (ohne Ausbildung) abgeschlossen.
Starke Arbeitsmarktfähigkeit
Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Teilnehmenden weisen gemäss der Einschätzung der Beratenden eine eher stark bis sehr stark ausgeprägte Arbeitsmarktfähigkeit aus. Rund einem Drittel (38 Prozent) wird eine mittelmässige Arbeitsfähigkeit attestiert. 15 Prozent weisen eine eher schwache bis sehr schwach ausgeprägte Arbeitsmarktfähigkeit auf. Diese Verteilung blieb über die Jahre hinweg weitgehend stabil.
Motivation für Beratung
Der meistgenannte Grund für die Teilnahme an viamia ist der Wunsch nach einer beruflichen Weiterentwicklung. Auch der generelle Wunsch nach Veränderung, einer beruflichen Umorientierung, die Hoffnung auf eine grössere Zufriedenheit bei der Arbeit und eine berufliche Unsicherheit treiben die ratsuchenden Personen an.
Gesundheitliche Probleme, das Aufstocken des Arbeitspensums, der Wunsch nach einer finanziellen Besserstellung, Wiedereinstieg nach einer Pause etc. werden von den Ratsuchenden seltener als Gründe für die Teilnahme angegeben.
Hohe Zufriedenheit
Die viamia-Beratungen schneiden bei den Teilnehmenden sehr gut ab. Mit einer Durchschnittsnote von 5.5 ist die Kundenzufriedenheit des Beratungsprodukts viamia entsprechend hoch. Weniger als 2 Prozent der Teilnehmenden verleihen dem Angebot eine ungenügende Note. Kantonal schwanken die Durchschnittsnoten zwischen 5.2 und 5.8. Die Zufriedenheit ist über die drei Jahre hinweg durchgehend hoch.
Kantone führen Angebot weiter
Die Entwicklung und Einführung von viamia wurde vom Bund initiiert und weitgehend finanziert. Gemeinsam mit den Kantonen schuf das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ein Angebot für berufliche Standortbestimmung und Laufbahnberatung. Die inhaltliche Gestaltung und Umsetzung verantwortete die Schweizerische Konferenz für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SK BSLB), eine Fachkonferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK).
Seit 2026 übernehmen die Kantone die Verantwortung für Finanzierung und Durchführung. Sie führen das Angebot eigenständig, nach gemeinsamen Standards und unter dem gemeinsamen Label viamia weiter. Die Beratungen werden von den kantonalen Stellen für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) durchgeführt.

