Bildungsbericht 2026: Ungleichheit in der Weiterbildung


Der fünfte Schweizer Bildungsbericht ist erschienen. Er präsentiert auf über 400 Seiten das aktuelle Wissen über das Bildungswesen Schweiz. Was die Weiterbildungsteilnahme anbelangt, zeigt sich dabei ein einseitiges Bild.

Erarbeitet wurde der Bildungsbericht Schweiz 2026 wiederum von der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). Als wichtiges Referenzwerk enthält der Bericht aktuelles, verdichtetes Wissen aus Statistik, Forschung und Verwaltung zum gesamten Bildungswesen der Schweiz. Damit ermöglicht er den Bildungsakteuren die Steuerung und Weiterentwicklung des Bildungssystems.

Auf über zwanzig Seiten widmet sich der Bericht der Weiterbildung. Es geht insbesondere um den Weiterbildungsmarkt, die Teilnahme an Weiterbildung, Weiterbildungskosten und deren Finanzierung.

Weiterbildung von Disparität geprägt

Diese Seiten verdeutlichen, dass in der Schweiz im internationalen Vergleich besonders viele Menschen einen Bildungsabschluss besitzen. Und auch die Teilnahme an Weiterbildung ist hierzulande hoch. Allerdings ist auch die Disparität (Gutgebildete besuchen Weiterbildungen, Niedrigqualifizierte eher nicht) ausgeprägt.

Obwohl zwischen 2000 und 2020 die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer ohne nachobligatorische Bildung in praktisch allen Altersgruppen um etwa die Hälfte zurückging (aktueller Stand: rund 5 Prozent), legt der Bericht nahe, dass sich das Problem «nicht von selbst lösen wird»: «Bei Personen ausländischer Nationalität wird selbst in zehn Jahren noch praktisch jede fünfte Person gering qualifiziert sein.»

Massnahmen müssten sowohl bei der formalen Bildung als auch bei einer gezielten Weiterbildung ansetzen.

Die Weiterbildungsteilnahme, zeigt der Bericht weiter, hängt neben dem Bildungsniveau auch von der Erwerbssituation und individuellen Ressourcen ab. Auch die betriebliche Unterstützung (Finanzierung, Freistellung) ist zentral. Diese findet ebenfalls selektiv und einseitig statt: Auch hier werden vorwiegend die Gutqualifizierten unterstützt.

Zum Bildungsbericht

Seit 20 Jahren stellt der Bildungsbericht Schweiz Daten und Erkenntnisse aus Statistik, Forschung und Verwaltung zum gesamten Bildungssystem der Schweiz bereit – von der Vorschule bis zur Weiterbildung. Er ist nach eigenen Angaben ein Kerninstrument des nationalen Bildungsmonitorings und bilde eine Grundlage, um die Weiterentwicklung des Schweizer Bildungssystems faktenbasiert zu gestalten.

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