Die Vollassoziierung der Schweiz an Erasmus+ ist per 2027 vorgesehen. Der definitive Entscheid wird frühestens im Winter 2026 erwartet. Für die Weiterbildung bedeutet die Vollassoziierung neue Möglichkeiten für die internationale Zusammenarbeit, Innovation und Wissenstransfer.
Im Herbst 2026 entscheidet das Parlament voraussichtlich über die Finanzierung der Schweizer Beteiligung am EU-Programm Erasmus+. Dafür ist ein Zusatzkredit von 130 Millionen Franken notwendig. Der SVEB unterstützt die Assoziierung und ist überzeugt, dass sich diese Investition lohnt.
Erasmus+ ist das umfangreichste europäische Programm zur Förderung von Bildung, Mobilität und Kooperation. Über 30 Länder nehmen daran teil. Das Programm verfügt über ein Budget von 26,2 Milliarden Euro.
Was eine Vollassoziierung bedeuten würde
Bereits heute können sich Schweizer Organisationen unter bestimmten Bedingungen an Erasmus+-Projekten beteiligen und Mobilitätsangebote nutzen. Aktuell können Akteure aus der Schweiz aber keine eigenen Projekte initiieren und haben nur eingeschränkten Zugang zu europäischen Fördermöglichkeiten und Netzwerken.
Eine Vollassoziierung würde dies ändern. Schweizer Weiterbildungsorganisationen könnten eigene Innovations- und Pilotprojekte entwickeln, Konsortien beitreten und sich direkt an europäischen Ausschreibungen beteiligen. Gleichzeitig erhielten sie besseren Zugang zu europäischen Netzwerken, Tools und Fachwissen.
Warum das für die Weiterbildung wichtig ist
Die Weiterbildung steht in vielen europäischen Ländern vor ähnlichen Herausforderungen: Digitalisierung, Fachkräftemangel, neue Lernformen und veränderte Kompetenzanforderungen. Internationale Zusammenarbeit ermöglicht es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.
Für viele Entwicklungen in der Weiterbildung ist transnationaler Austausch nötig – etwa bei Micro-Credentials und flexiblen Weiterbildungspfaden, die über Landesgrenzen hinweg anschlussfähig und anerkannt sein sollen. Der internationale Austausch stellt sicher, dass die Schweiz Zugang zu europäischen Entwicklungen hat und diese mitprägen kann.
Seminar in Brüssel
Der SVEB setzt sich dafür ein, dass die Schweiz die Chance einer Vollassoziierung an Erasmus+ nutzt und ihre Zusammenarbeit mit der europäischen Weiterbildungslandschaft weiter vertieft. Als Partner beteiligt sich der SVEB an einem von SwissCore initiierten Seminar in Brüssel, das sich an Schweizer Weiterbildungsakteure richtet und einen Überblick über die Prozesse und Möglichkeiten von Erasmus+ vermittelt.
Wir möchten alle interessierten Weiterbildungsakteure einladen, am zweitägigen Seminar von SwissCore in Brüssel vom 3. bis 5. November 2026 teilzunehmen. Im Fokus stehen die Chancen von Erasmus+ – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Weiterbildung. SwissCore zeigt auf, wie europäische Kooperationen konkret funktionieren, und stellt relevante Netzwerke und Kooperationsmöglichkeiten vor.
Sie interessieren sich für eine Teilnahme aber sind noch unsicher, ob das Seminar für Sie interessant ist? Melden Sie sich gerne bei uns: Marianne Müller, Senior Project Manager International affairs and research, marianne.mueller@alice.ch

