Im Herbst entscheidet das Parlament über die Finanzierung der Assoziierung der Schweiz an das EU-Programm Erasmus+. Dafür muss ein Zusatzkredit von 130 Millionen Franken gesprochen werden. Der SVEB ist überzeugt: Diese Investition lohnt sich.
Im November 2024 traf der Bundesrat einen Grundsatzentscheid und legte damit den Grundstein für die Assoziierung der Schweiz an das EU-Programm Erasmus+ per 2027. Das bedeutet: Nächstes Jahr kann die Schweiz dem europäischen Bildungsprogramm Erasmus+ beitreten.
Erasmus+ ist das umfangreichste Bildungsprogramm zur Förderung der Mobilität und Kooperation in Europa und darüber hinaus. Über 30 Länder sind beteiligt. Es verfügt über ein Budget von 26,2 Milliarden Euro.
Im Herbst 2026 wird nun das Parlament die Finanzierung der Schweizer Beteiligung diskutieren. Benötigt ist ein Zusatzkredit von 130 Millionen Franken.
Assoziierung birgt viel Potenzial
Mit der aktuellen Praxis können sich Schweizer Organisationen lediglich als «stiller Partner» an Kooperationsprojekten beteiligen, sprich: an praxisorientierten Entwicklungsprojekten, in denen gemeinsam mit Projektpartnern in Europa nach Lösungsansätzen für Herausforderungen in der Weiterbildung gesucht werden. Auch Mobilitäten sind möglich: Personen, die in der Weiterbildung tätig sind, etwa Ausbildende oder Programmentwickler in Weiterbildungsorganisationen, können Angebote oder Austauschmöglichkeiten im Ausland nutzen.
Bei einer Assoziierung kommt zusätzlich die Möglichkeit hinzu, selbst Innovations- und Pilotprojekten zu entwickeln. Diese könnten so an die Bedürfnisse der Schweiz angepasst werden. Durch eine Assoziierung hätten Schweizer Weiterbildungsinstitutionen und -Organisationen zudem uneingeschränkten Zugang zu Angeboten, Tools, Netzwerken und Fördermöglichkeiten von Erasmus+. Die Schweiz könnte so an thematischen Plattformen und Netzwerken mitarbeiten und in europäischen Arbeitsgruppen mitwirken. Schweizer Anbieter könnten sich direkt an europäischen Ausschreibungen beteiligen, Konsortien beitreten und wären für ausländische Organisationen ein attraktiver Partner.
Einfluss auf Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz
Aus Sicht des SVEB wäre eine Assoziierung darum sehr wünschenswert. Denn die internationale Zusammenarbeit und der damit einhergehende Know-How-Transfer aus Europa würde die Weiterbildung in der Schweiz effizienter und effektiver machen. So wiederum bringen Investitionen, die in der Schweiz Weiterbildung getätigt werden, einen höheren Return on Investment – was einen direkten positiven Effekt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz hat.
«Erasmus+ ist für die Schweiz der einzige strukturierte Zugang zur europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Weiterbildung – und damit alternativlos», sagt SVEB-Direktor Bernhard Grämiger.
«Das Programm ermöglicht es der Weiterbildung in der Schweiz, sich dort, wo sie im internationalen Vergleich bereits gut ist, gezielt weiterzuentwickeln. Und dort, wo sie noch Entwicklungsbedarf hat, besser zu werden.»
«Deutlicher Mehrwert»
Grämiger nennt als Beispiel für Themen, bei denen die Schweiz aktuell noch sehr viel von den Partnern in der EU lernen kann, die Anerkennung von Lernleistungen mit sogenannten Micro Credentials sowie den Bereich der Digitalisierung der Lernsettings.
Die Assoziierung an Erasmus+ eröffne die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit Europa zu vertiefen und auszuweiten. «Im Vergleich zur aktuellen Schweizer Lösung bietet sie einen deutlichen Mehrwert. Sie ist deshalb aus unserer Sicht eine sehr grosse Chance für die Schweiz, die wir nutzen sollten.»
Der SVEB fordert entsprechend das Parlament auf, sich für die Assoziierung auszusprechen.

