Der SVEB ist in das Helvetas-Projekt SIM! in Mosambik involiert, das die beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven junger Frauen und Männer verbessern soll. Caroline Meier-Quevedo, Ko-Koordinationsverantwortliche Grundkompetenzen beim SVEB, berichtet von ihrem Besuch vor Ort.
im Bild: Caroline Meier-Quevedo (SVEB), M. Oliveira (UATAF), Madalena Baptista (Helvetas)
Was hat dich bei deinem Besuch besonders beeindruckt?
Mich haben das Engagement und die Motivation der Kursleitenden und der anderen Beteiligten sehr beeindruckt. Trotz der begrenzten Mittel zeigen sie bei ihrer Arbeit einen sehr grossen Einsatz und sind mit Elan dabei.
Was hat dich überrascht?
Ich habe gestaunt, wie viel Wert die Teilnehmenden auf ihre Kleidung und ein gepflegtes Erscheinungsbild legen. Mir hat das gezeigt, wie wichtig dieser Moment der Weiterbildung für sie ist und welchen Stellenwert sie ihm beimessen.
Welchen Eindruck hattest du von den Teilnehmenden? Und von den Kursleitenden?
Mir ist aufgefallen, dass die Teilnehmenden es gewohnt sind, sich gegenseitig zu unterstützen. In den Gruppen gibt es eine ausgeprägte Kultur der gegenseitigen Hilfe. Die Kursleitenden wiederum verstehen es sehr gut, mit heterogenen Gruppen umzugehen und unterschiedliche Teilnehmende anzusprechen.
Gab es auch amüsante Situationen?
Ja, zum Beispiel während einer Unterrichtssequenz in einem Coiffeursalon. Da kein Unterrichtsmaterial zur Verfügung stand, nutzten die Teilnehmenden die Produkte und Werkzeuge, die sie im Salon vorfanden, um die gestellte Aufgabe zu lösen – nämlich Unternehmen aus der Gemeinschaft zu identifizieren und darzustellen. Die Situation war ein gutes Beispiel dafür, wie kreativ mit den vorhandenen Mitteln gearbeitet wird.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Helvetas?
Die Zusammenarbeit mit Helvetas war ausgezeichnet. Die Partner waren während der gesamten Zusammenarbeit sehr verfügbar, und der Austausch war offen und transparent.
Was unterscheidet diese Arbeit von der Förderung der Grundkompetenzen in der Schweiz?
Die Rahmenbedingungen für die Weiterbildung sind sehr unterschiedlich. Es gibt kaum Unterrichtsmaterialien wie Wandtafeln oder Lehrmittel für die Teilnehmenden. Gleichzeitig sind die Gruppen mit häufig mehr als 20 Personen relativ gross. Die Kursleitenden müssen deshalb sehr kreativ sein und mit den Mitteln und Materialien arbeiten, die vor Ort verfügbar sind.
Gab es Hindernisse oder Schwierigkeiten?
Ja. Aus Sicherheitsgründen waren bestimmte Gebiete für mich nicht zugänglich. Deshalb konnte ich nicht alle Orte besuchen und auch nicht alle dort stattfindenden Aktivitäten beobachten.
Was ist dein Fazit zum SIM!-Projekt?
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das SIM!-Projekt hat in seiner ersten Phase gezeigt, dass sein kompetenzorientierter Ansatz relevant, praxisnah und gut auf die Lebens- und Arbeitsrealität junger Menschen in Mosambik abgestimmt ist. In Phase II sollte das Modell daher eher konsolidiert als neu erfunden werden, wobei insbesondere die Kompetenzbewertung, die Professionalisierung der Ausbilder und die institutionelle Verankerung gestärkt werden sollten.

