Internationales Projekt: Wie Microcredentials Vertrauen schaffen können


Wie können Microcredentials in der Erwachsenenbildung vertrauenswürdig, übertragbar und anerkannt gestaltet werden? Diese Frage stand im Zentrum der Abschlusskonferenz des europäischen Projekts Block.Ed in Bonn. Auch der SVEB wirkte als assoziierter Partner am Projekt mit.

Gemeinsam mit europäischen Projektpartnern und Fachpersonen haben die Projekt-Beteiligten die Ergebnisse am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn vorgestellt und Perspektiven für die weitere Entwicklung von Microcredentials diskutiert. Dabei wurde deutlich: Tragfähige Lösungen erfordern die Zusammenarbeit von Lernenden, Bildungsanbietern, Unternehmen und weiteren Akteuren. Qualitätssicherung, Validierung und technische Lösungen müssen auf den jeweiligen Anwendungskontext abgestimmt sein und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Beteiligten orientieren.

Eine zentrale Erkenntnis lautete: Didaktik kommt vor Technologie. Blockchain und digitale Zertifikate können dazu beitragen, Nachweise sicher und überprüfbar zu machen. Entscheidend für das Vertrauen in Microcredentials sind jedoch klar definierte Lernergebnisse und valide Verfahren zur Überprüfung der erworbenen Kompetenzen.

Unterstützungsbrief für Erasmus+

Solche internationalen Projekte sind wichtig und wertvoll für alle Beteiligten. Zwar können sich bereits heute Schweizer Organisationen unter bestimmten Bedingungen an Erasmus+-Projekten beteiligen und Mobilitätsangebote nutzen. Allerdings sind Akteure aus der Schweiz nicht in der Lage, eigene Projekte zu initiieren und haben auch nur eingeschränkten Zugang zu europäischen Fördermöglichkeiten und Netzwerken. 

Eine Vollassoziierung, wie sie im Parlament diskutiert wird, würde dies ändern. Schweizer Weiterbildungsorganisationen könnten eigene Innovations- und Pilotprojekte entwickeln, Konsortien beitreten und sich direkt an europäischen Ausschreibungen beteiligen. Gleichzeitig erhielten sie besseren Zugang zu europäischen Netzwerken, Tools und Fachwissen. 

23 Organisationen, darunter zum Beispiel Swiss Universities, der kaufmännische Verband sowie der SVEB, haben darum einen Unterstützungsbrief an das Parlament geschrieben. Zumal bereits in der Herbstsession der Entscheid über die Finanzierung der Schweizer Beteiligung an Erasmus+ fallen könnte. Im Schreiben bittet das Kollektiv das Parlament, den Kreditantrag zu unterstützen. «Eine Assoziierung an Erasmus+ ist für die Weiterentwicklung des Bildungsstandorts Schweiz sowie für die Bereiche Sport und Jugend zentral», heisst es. Sie ermögliche der Schweiz, sich besser zu positionieren. Das Kollektiv gibt ausserdem zu bedenken, dass auch das Abseits-stehen mit Mehrkosten verbunden sei.

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