Hauptinhalt

Weiterbildung mit Gutscheinen fördern

Mit der Einführung des Weiterbildungsgesetzes 2017 wurde der Grundsatz verankert, dass die öffentliche Förderung der Weiterbildung möglichst nachfrageorientiert erfolgen soll. Zu den bekanntesten Instrumenten der nachfrageorientierten Förderung von Bildung gehören Bildungsgutscheine.

Dieses Finanzierungsinstrument wird oft eingesetzt, um die Chancengleichheit zu verbessern oder um eine spezifische Zielgruppe zu fördern. Entweder, weil die Zielgruppe zu wenig Zugang zu Weiterbildung oder geringe finanzielle Möglichkeiten hat.

Aktuelle Initiativen

In Umsetzung sind Weiterbildungsgutscheine aktuell unter anderem in folgenden Kontexten:

  • Der Kanton Luzern setzt Gutscheine zur Förderung der Grundkompetenzen ein.
  • Die Schweizer Berghilfe fördert über Gutscheine die Weiterbildung zur Digitalisierung in Bergregionen.
  • Der Weiterbildungsfonds Temptraining hat im Frühjahr 2021 ein Pilotprojekt gestartet, um Temporärarbeitende ohne Berufsabschluss zur Weiterbildung zu motivieren.
  • Bereits in Gang ist auch ein Gutscheinprojekt in Liechtenstein, das ähnlich angelegt ist wie der Genfer Gutschein.

Für die BFI-Periode 2021–2024 baut der Bund die Förderung von Grundkompetenzen weiter aus. Damit stellt sich in den Kantonen verstärkt die Frage, wie die Gelder, die für die Förderung von Personen mit geringen Grundkompetenzen bereitstehen, den Weg zur Zielgruppe finden sollen.

Technische Umsetzung mit dem Gutscheinsystem des SVEB

Um den administrativen Aufwand im vertretbaren Rahmen zu halten, brauchen Gutscheine ein technisches System, das den Bezug und das Einlösen der Gutscheine bei den Weiterbildungsanbietern möglichst automatisch abwickelt. Der SVEB stellt ein solches System zur Verfügung, das nach Bedarf für die jeweilige Initiative angepasst werden kann. Es ist an die Kursdatenbank des SVEB angebunden, so dass auf Wunsch neben dem Bezug und dem Einlösen der Gutscheine auch die Kurs-Suche über dieses System erfolgen kann.

Gutscheine in der Praxis

Der Kanton Genf kennt Weiterbildungsgutscheine seit 2001 als erfolgreiches Instrument zur Förderung der Weiterbildungsteilnahme der Bevölkerung. Seither wurde die Einführung von Gutscheinen in mehreren Kantonen, darunter Bern und Fribourg, geprüft und teilweise in Pilotprojekten erprobt. Der «Chèque annuel de formation» ist aber bis heute der einzige unbefristete Weiterbildungsgutschein in der Schweiz.

Im Jahr 2007 gab der Bund ein Feldexperiment in Auftrat, um mehr über die Wirksamkeit von Bildungsgutscheinen zu erfahren. Seither werden Gutscheine als Finanzierungsinstrument in unterschiedlichsten Kontexten diskutiert und teilweise erprobt. Dazu gehören nicht nur öffentliche Stellen, sondern auch private Förderinstanzen und Branchenakteure.