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Digitalisierung und Weiterbildung

Digitalisierung beschreibt ein breites Feld von technologischen Veränderungen, die von Online-Tageszeitungen bis hin zum selbstfahrenden Auto reichen. Durch die ständig wachsende Vernetzung der digitalen Technologien, rasant ansteigende Datenmengen und die Möglichkeiten, diese immer schneller auszuwerten, verändern sich Geschäftsmodelle, die Gesellschaft und nicht zuletzt unser Alltag.

Die Weiterbildung ist in diesem Kontext als Vermittlerin der Kompetenzen im Umgang mit neuen Anwendungen gefordert und wird gleichzeitig auch selbst von den digitalen Entwicklungen verändert.

Vermittlerin der neuen Kompetenzen

Um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Digitalisierung zu meistern, ist die Weiterbildung in drei Bereichen als Vermittlerin gefordert.

1. Digitale Grundkompetenzen

Die Strategie des Bundesrates zur digitalen Schweiz sieht als Kernziel vor, dass die gesamte Bevölkerung befähigt wird, die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu nutzen. Rund 1,5 Millionen Personen in der Schweiz besitzen diese grundlegenden Kompetenzen jedoch nicht. Basierend auf dem Weiterbildungsgesetz Art. 13–16 soll die Weiterbildung dazu beitragen, IKT-Kenntnisse im Rahmen der Grundkompetenzen bei Betroffenen zu fördern.

2. IKT-Fachkräftemangel

Eine Umfrage der Konjunkturforschungsstelle (KOF) zur Digitalisierung in den Schweizer Unternehmen 2017 ergibt, dass als grösstes Hindernis für eine fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft fehlendes qualifiziertes Personal gesehen wird. Dies entspricht der Einschätzung des Bundesrates im Rahmen der Fachkräfteinitiative und spezifisch zum IKT-Fachkräftemangel. Die Weiterbildung kann hier schneller und flexibler als die formale Bildung die Nachfrage aus der Wirtschaft aufnehmen und laufend den technologischen Entwicklungen anpassen.

3. Komplementäre Kompetenzen

Die Digitalisierung verändert die Berufsbilder. Die Auswirkungen dieser Veränderungen gehen aber weit über das Digitale hinaus. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) zu kaufmännischen Berufen zeigt beispielsweise, dass insbesondere Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen wichtiger werden. Das heisst konkret, Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit sind entscheidend, um die neuen Technologien effizient zu nutzen, sinnvoll einzusetzen und für diese Neuerungen offen zu sein. Für die Digitalisierung fit zu sein, bedeutet also weit mehr als nur technologische Versiertheit. In der Vermittlung dieser Fähigkeiten hat die Weiterbildung eine lange Tradition und viel Erfahrung.

Digitalisierung der Weiterbildung

Schweizer Schulen rüsten sich mit Tablets und Laptops, um den Digital Natives – der Generation, die von Beginn an mit Internet und Smartphone aufwächst – eine zeitgemässe Ausbildung zu ermöglichen. Auch die Weiterbildung muss sich den neuen Erwartungen anpassen. Dabei hat sie gewisse Vorteile. Zum Beispiel kann sie bei der technischen Ausrüstung bereits von einem Trend profitieren: BYOD. «Bring Your Own Device» meint, dass mit der heutigen Verbreitung von Tablets und Smartphones unter den Erwachsenen bei einer Weiterbildung davon ausgegangen werden kann, dass die Teilnehmer entsprechende Geräte selbst mitbringen können.

Digitalisierung in der Weiterbildung bedeutet also nicht nur, dass der Umgang mit neuen Technologien geschult werden muss, sondern dass diese neuen Technologien auch in den Unterricht miteinbezogen und genutzt werden. Die Weiterbildungsplattform wb-web aus Deutschland hat die aktuellen Trends dazu aufgearbeitet und nützliche Hinweise und Tipps gesammelt. Der EBmooc aus Österreich nutzt direkt ein digitales Format, um das Personal aus der Weiterbildung in digitalen Technologien zu schulen.

Während viele Technologien bereits im Einsatz sind, ist der Erkenntnisstand zu ihrer Wirkung und ihrem Nutzen noch gering. Eine Aufgabe der nächsten Jahre wird es sein, auch für die digitale Weiterbildung Qualitätsstandards und -merkmale zu definieren.