Wie der SVEB in Mosambik junge Menschen unterstützt


Wie lassen sich Grundkompetenzen fördern und gleichzeitig junge Menschen konkret auf die Ausübung eines Berufs oder die Gründung eines eigenen Unternehmens vorbereiten? In Mosambik bringt der SVEB sein Fachwissen in das SIM!-Projekt von Helvetas ein, das Ausbildung, Arbeitserfahrung und wirtschaftliche Integration miteinander verbindet.

Das von Helvetas in den Provinzen Cabo Delgado, Nampula und Niassa umgesetzte Projekt «SIM! – Skills for Young People in Mozambique» zielt darauf ab, die beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven junger Frauen und Männer zu verbessern, die mit schwierigen Zugangsbedingungen zu Bildung und zum Arbeitsmarkt konfrontiert sind.

Das Besondere daran: Grundkompetenzen sind mit der beruflichen Ausbildung verbunden. Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten sowie digitale Kompetenzen werden direkt anhand konkreter Situationen erarbeitet. Das Lesen einer Anleitung, das Abmessen von Materialien, das Berechnen der Kosten einer Dienstleistung, das Erstellen eines Budgets, die Kommunikation mit einem Kunden oder die Nutzung eines Smartphones werden so zu Lernsituationen.

Lernen anhand der tatsächlichen Arbeit

Dieser Ansatz, genannt GO-R, legt den Schwerpunkt auf Handeln, Beobachten und Reflektieren. Die Kompetenzen werden in Situationen entwickelt, die den beruflichen und wirtschaftlichen Realitäten der Teilnehmenden nahekommen.

Der SVEB brachte sein Fachwissen in die externe Evaluation der ersten Projektphase ein. Die Analyse stützte sich auf die Unterlagen und Instrumente des Programms, Interviews, Besuche in den Ausbildungszentren sowie partizipative Workshops mit den Teams, den Moderatorinnen und Moderatoren sowie den ausbildenden Handwerkern und Handwerkerinnen.

Die Ergebnisse zeigen insbesondere den Nutzen einer Ausbildung, die direkt auf die beruflichen Anforderungen abgestimmt ist. Besonders deutliche Fortschritte wurden bei den angewandten mathematischen Kompetenzen festgestellt: +24,3 Prozent bei Messungen und Berechnungen sowie +28,1 Prozent bei der Budgetverwaltung.

Kompetenzen sichtbar machen

Eine der für die Zukunft identifizierten Prioritäten besteht darin, besser zu messen, was die Jugendlichen am Ende der Ausbildung tatsächlich können. Der SVEB schlägt insbesondere vor, die Bewertung durch Beobachtungen am Arbeitsplatz, praktische Vorführungen, Portfolios und berufliche Rollenspiele zu verstärken. Die Kompetenzen sollten zudem anhand klar beobachtbarer Fortschrittsstufen beschrieben werden.

Langfristig soll dieser Ansatz auch dazu beitragen, den Wert der Zertifikate zu steigern: Diese könnten nicht nur belegen, dass eine Person eine Ausbildung absolviert hat, sondern auch, welche Kompetenzen sie unter Beweis gestellt hat und auf welchem Niveau.

Ein nachhaltiges Modell festigen

Die Expertise des SVEB erstreckt sich auch auf die Professionalisierung von Moderatoren und Moderatorinnen sowie von handwerklichen Ausbildern und Ausbilderinnen. Coaching, Mentoring, Austausch unter Gleichaltrigen und die schrittweise Anerkennung ihrer Kompetenzen sollen dazu beitragen, eine vergleichbare Qualität in den verschiedenen Regionen zu gewährleisten.

Die Kernaussage der Evaluation ist klar: zuerst konsolidieren, dann ausweiten. Nun geht es darum, die Module und Kompetenzstandards zu formalisieren, die pädagogischen Instrumente zu verbessern, die Bewertung zu stärken und Partnerschaften mit Unternehmen, öffentlichen Institutionen und Akteuren der Berufsbildung auszubauen.

Die zweite Phase von SIM!, die für den Zeitraum von 2027 bis 2030 vorgesehen ist, soll etwa 4’500 junge Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren erreichen. Helvetas plant, diese Phase gemeinsam mit lokalen Partnern umzusetzen, wobei ein zentrales Ziel im Vordergrund steht: die Qualität zu stärken und das Modell schrittweise in die lokalen Strukturen der Kompetenzentwicklung zu integrieren.

Mit SIM! bringt der SVEB somit sein Know-how in den Bereichen Grundkompetenzen, arbeitsnahes Lernen, Kompetenzbewertung und Professionalisierung von Ausbildenden in einem internationalen Kontext ein. Eine Zusammenarbeit, die auch dazu beiträgt, Erfahrungen zwischen der Schweiz und Mosambik rund um ein gemeinsames Ziel auszutauschen: Menschen die Möglichkeit zu geben, Kompetenzen zu entwickeln, die sie in ihrem Berufsleben tatsächlich einsetzen können.

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